Billionaire Cocktail

Billionaire – Cocktail – Rezept

Bourbon · Zitrone · Granatapfel · Absinth

Kräftig. Sauer. Fruchtig. Würzig. Ein Whiskey Sour mit deutlich mehr Tiefe.

Der Billionaire ist kein Cocktail für einen vorsichtigen Einstieg in die Welt des Whiskeys. Hier steht ein kräftiger Bourbon im Mittelpunkt, dazu kommen frischer Zitronensaft, Granatapfel und ein Hauch Absinth.

Das Ergebnis ist intensiv und gleichzeitig erstaunlich frisch: zunächst kommt die Säure der Zitrone, danach die dunkle Fruchtigkeit der Grenadine und schließlich die würzigen, leicht anisartigen Noten des Absinths.

Der Name ist dabei Programm – nicht unbedingt wegen des Preises, sondern wegen des Geschmacks.


FLAVOUR TAGS

TART · POMEGRANATE · SPICY · HERBAL · RICH · BOOZY · COMPLEX

Cocktail-Charakter

Säure ●●●●○
Süße ●●●○○
Kräuter ●●●○○
Frucht ●●●●○
Alkohol ●●●●●
Komplexität ●●●●○

Stil: Classic · Sour · Modern Classic
Spirituose: Bourbon Whiskey
Gelegenheit: Before Dinner · Evening


Billionaire Cocktail
Billionaire Cocktail

Billionaire – Das Rezept

ZutatenMenge
High-Proof Bourbon60 ml
frisch gepresster Zitronensaft30 ml
Zuckersirup15 ml
Granatapfelsirup / Grenadine15 ml
Absinth1 Dash

Zubereitung

Ein Cocktailglas oder eine Coupette gut vorkühlen.

Bourbon, frisch gepressten Zitronensaft, Zuckersirup, Grenadine und Absinth mit reichlich Eis in einen Shaker geben.

Kräftig shaken, bis der Drink gut gekühlt ist.

In das vorgekühlte Glas abseihen.

Garnitur

Eine dünne Zitronenscheibe bzw. ein Lemon Wheel.

Das Lemon Wheel würde ich beibehalten. Es ist nicht nur dekorativ, sondern passt aromatisch hervorragend zum Drink.


TIPP

Beim Billionaire ist der Bourbon keine Nebensache.

Die Rezeptur wurde ursprünglich gerade dafür entwickelt, einen kräftigen, hochprozentigen Bourbon in Szene zu setzen. Die Kombination aus Zitrone, Süße und Granatapfel nimmt dem Whiskey zwar etwas von seiner Wucht, soll ihn aber keineswegs verstecken.

Deshalb würde ich hier bewusst einen Bourbon mit etwa 50 % vol. oder mehr verwenden.


Wie schmeckt der Billionaire?

Der Billionaire beginnt deutlich mit Zitrone und Bourbon.

Die Säure ist sofort präsent, aber nicht allein für sich verantwortlich. Die Grenadine bringt eine dunkle, fast sirupartige Fruchtigkeit und genügend Süße ins Spiel, um die kräftige Säure abzufangen.

Dann kommt der interessante Teil: der Absinth.

Er macht den Billionaire nicht einfach zu einem „Absinth-Cocktail“. Vielmehr legt er eine würzige, leicht anisartige und kräuterige Schicht über Bourbon und Granatapfel.

Das Ergebnis bewegt sich ungefähr hier:

sauer → fruchtig → würzig → kräftig → trocken

Oder noch kürzer:

Ein Whiskey Sour für Fortgeschrittene.

Der Billionaire ist kräftig, aber nicht schwer. Fruchtig, aber kein Fruchtcocktail. Süß genug, um zugänglich zu bleiben, aber mit ausreichend Säure und Alkohol, damit der Drink trocken und erwachsen wirkt.


Das Flavor-Profil

BILLIONAIRE

Fresh ●●●○○
Dry ●●●○○
Sweet ●●●○○
Sour ●●●●○
Herbal ●●●○○
Fruity ●●●●○
Boozy ●●●●●
Complex ●●●●○

Geschmacksschwerpunkt

HERBAL <────────●────>CITRUS
DRY <───────●─────>SWEET
LIGHT <──────────●──>INTENSE

Damit bekommt der Billionaire im Discovery-System eine klare Position: intensiv, säurebetont, fruchtig und alkoholisch, aber nicht übermäßig süß.


Warum ich den Billionaire mag

Der Billionaire ist einer dieser Cocktails, die beim ersten Blick auf die Zutatenliste weniger interessant aussehen, als sie tatsächlich sind.

Bourbon. Zitrone. Zuckersirup. Grenadine. Absinth.

Das klingt zunächst fast nach einem etwas aufwendigeren Whiskey Sour.

Ist es aber nicht.

Was mich an dem Drink besonders reizt, ist die Kombination aus Wucht und Frische.

Der Bourbon gibt den Ton an. Die Zitrone sorgt dafür, dass der Drink nicht schwer wird. Die Grenadine bringt nicht nur Süße, sondern eine dunkle Fruchtigkeit. Und der Absinth setzt am Ende einen kleinen, aber ziemlich deutlichen Akzent.

Genau diese letzte Komponente macht für mich den Unterschied.

Ohne Absinth wäre der Billionaire ein guter Whiskey Sour mit Granatapfel. Mit Absinth wird daraus ein eigenständiger Cocktail.

Und deshalb gehört er für mich zu den interessanteren Whiskey-Cocktails.


Warum funktioniert dieser Cocktail?

1. Der kräftige Bourbon

Der Bourbon bildet das Fundament.

Die ursprüngliche Employees-Only-Rezeptur setzt bewusst auf einen hochprozentigen Bourbon – in den Quellen wird Baker’s 107 bzw. Wild Turkey Rare Breed als Ausgangspunkt genannt.

Das ist wichtig, weil die übrigen Zutaten relativ aromatisch sind.

Ein leichter Bourbon könnte hier schnell untergehen.

Mein Prinzip:
Je kräftiger die Grenadine und je aromatischer der Absinth, desto mehr Rückgrat darf der Bourbon haben.

2. Die Zitrone

Die Zitrone ist der Gegenspieler zum Bourbon.

Sie bringt Säure und Frische und verhindert, dass der Drink durch Whiskey und Grenadine zu schwer wird.

Genau wie beim Whiskey Sour ist das Verhältnis von Spirituose, Säure und Süße entscheidend.

3. Die Grenadine

Grenadine wird bei vielen Cocktails leider nur als roter Süßmacher eingesetzt.

Hier sollte man das nicht tun.

Eine gute Grenadine bringt Granatapfel, Frucht, Süße und Tiefe. Die ursprüngliche Employees-Only-Version arbeitete sogar mit einer hausgemachten Granatapfel-Grenadine. Saveur beschreibt sie als besonders würzig und aromatisch.

Das ist einer der Gründe, warum der Billionaire deutlich komplexer schmeckt als ein gewöhnlicher Whiskey Sour.

4. Der Absinth

Der Absinth ist die kleine Geheimwaffe.

Er wird nicht eingesetzt, um den Drink nach Absinth schmecken zu lassen.

Er soll vielmehr eine zusätzliche aromatische Ebene schaffen: Kräuter, Anis, Würze und einen leicht bitteren Eindruck.

In der ursprünglichen Employees-Only-Version war dafür sogar ein eigenes Absinthe Bitters vorgesehen, das neben Absinth unter anderem Chartreuse und verschiedene Bitters enthielt.

Für die heimische Bar würde ich es allerdings einfacher halten:

Ein guter Absinth funktioniert völlig ausreichend.


Welche Zutaten würde ich verwenden?

Bourbon

Hier würde ich ausdrücklich zu einem kräftigen Bourbon greifen.

50 % vol. oder mehr sind ideal.

Der Drink wurde gerade entwickelt, um die Möglichkeiten eines hochprozentigen Whiskeys zu zeigen.

Ein klassischer 40%-Bourbon funktioniert ebenfalls, aber dann wird der Billionaire etwas weicher und weniger charakterstark.

Grenadine

Hier würde ich möglichst eine echte Grenadine auf Granatapfelbasis verwenden.

Eine extrem süße, künstlich rote Grenadine macht den Drink schnell eindimensional.

Der Granatapfel sollte im fertigen Cocktail tatsächlich schmeckbar sein.

Absinth

Beim Absinth ist weniger mehr.

Ich würde keinen extrem aggressiven Absinth verwenden, der Bourbon und Grenadine komplett überdeckt.

Ein kleiner Schuss reicht.


Die Geschichte des Billionaire

Von Employees Only in New York

Der Billionaire ist kein jahrhundertealter Klassiker, sondern ein deutlich jüngerer Cocktail.

Er wurde von Dushan Zaric und Jason Kosmas im New Yorker Employees Only entwickelt. Die Idee dahinter war, einen kräftigen Bourbon in einem Cocktail in Szene zu setzen.

Der Name entstand erst danach.

Die Macher bemerkten die Ähnlichkeit zu verschiedenen älteren Millionaire Cocktails. Aus dem Millionaire wurde – gewissermaßen passend zur „reicheren“ Rezeptur – der Billionaire.

Das ist auch deshalb interessant, weil „Millionaire Cocktail“ historisch kein eindeutig definierter Drink ist. Unter diesem Namen existieren mehrere unterschiedliche Rezepte.

Der Billionaire ist also nicht einfach eine alte Rezeptur, die zufällig wiederentdeckt wurde.

Er ist vielmehr ein moderner Cocktail, der bewusst mit der Tradition des Whiskey Sour und der Millionaire-Cocktails spielt.


Ein Cocktail – mehrere Wege

Der klassische Billionaire

Meine Version bleibt bewusst nah an der bekannten Employees-Only-Rezeptur:

Bourbon · Zitrone · Simple Syrup · Grenadine · Absinth

Das ist die Version, die ich für die Hauptseite verwenden würde.

Mit Absinthe Bitters

Wer es näher an der ursprünglichen Employees-Only-Idee halten möchte, kann statt eines kleinen Schusses reinem Absinth Absinthe Bitters verwenden.

Das ist aromatisch etwas komplexer, aber für die normale Hausbar deutlich aufwendiger.

Deshalb würde ich auf der Rezeptseite nicht daraus die Standardversion machen.


Wenn Dir der Billionaire gefällt …

🥃 Du magst kräftige Whiskey-Cocktails?

Whiskey Sour

Der logischste nächste Schritt. Weniger komplex, aber dieselbe Grundidee aus Whiskey, Säure und Süße.

Manhattan

Weniger frisch, dafür trockener, würziger und stärker vom Whiskey geprägt.

🍋 Du magst saure Cocktails?

Daiquiri

Die Rum-Variante des Prinzips: Spirituose, Zitrus und Süße – nur wesentlich geradliniger.

Last Word

Deutlich kräuteriger und kantiger, aber ebenfalls ein intensiver Sour mit sehr eigenständigem Charakter.

🌿 Du magst Absinth und würzige Cocktails?

Sazerac

Hier steht der Absinth stärker im Hintergrund als aromatischer Bestandteil und verbindet sich mit Rye und Bitters zu einem komplett anderen Drink.

Vieux Carré

Noch komplexer und würziger – mit Whiskey, Cognac, Vermouth und Kräutern.

🥃 Du möchtest noch mehr Komplexität?

Final Ward

Besonders interessant, wenn Dir die Verbindung aus Whiskey, Zitrus und Kräuteraromen beim Billionaire gefällt.


Mein Urteil

Billionaire

★★★★★

Der Billionaire ist für mich einer der interessanteren modernen Whiskey-Cocktails.

Nicht weil die Rezeptur kompliziert wäre.

Im Gegenteil.

Bourbon. Zitrone. Grenadine. Absinth.

Mehr braucht es nicht.

Aber die Zutaten sind so gewählt, dass jede eine klare Aufgabe übernimmt: Der Bourbon bringt Kraft, die Zitrone Frische, der Granatapfel Frucht und Süße und der Absinth die aromatische Kante.

Für mich ist der Billionaire deshalb mehr als ein „reicher Whiskey Sour“.

Er ist ein Whiskey Sour mit Charakter.


Cocktail Discovery

ENTDECKE DEN BILLIONAIRE

Spirituose
BOURBON WHISKEY

Stil
CLASSIC · SOUR

Geschmack
BOURBON · TART · POMEGRANATE · SPICY · HERBAL

Intensität ★★★★★

Süße ★★★☆☆

Säure ★★★★☆

Kräuter ★★★☆☆

Gelegenheit
BEFORE DINNER · EVENING


Mehr entdecken

→ Alle Whiskey Cocktails

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Dirk Wäscher – Trips, Food, Cocktails, Bars