Cocoa Old Fashioned Cocktail

Cocoa Old Fashioned – Cocktail – Rezept

Rye Whiskey · Schokolade · Falernum · Orange

Würzig. Dunkel. Aromatisch. Weich. Ein Old Fashioned für alle, die Whiskey mit etwas mehr Tiefe mögen.

Der Cocoa Old Fashioned ist kein Dessert im Cocktailglas – auch wenn Schokolade, Kirsche und Orange zunächst genau diesen Eindruck erwecken könnten.

Seine Basis ist klassisch und ziemlich kompromisslos: viel Rye Whiskey. Dazu kommen dunkler Schokoladenlikör, Falernum und Chocolate Bitters. Orange und Griottines bringen Frucht und Aroma ins Spiel.

Das Ergebnis ist ein kräftiger, würziger Old Fashioned mit deutlichen Kakao- und Gewürznoten. Der Rye bleibt dabei präsent, wird aber durch die süßen und aromatischen Komponenten deutlich weicher.

Er schmeckt nach Whiskey und Schokolade, ohne zu einem süßen Schokoladencocktail zu werden.


FLAVOUR TAGS

CHOCOLATE · SPICY · ORANGE · DRY · RICH · BOOZY

Cocktail-Charakter

Säure ●●○○○
Süße ●●●○○
Gewürze ●●●●○
Frucht ●●●○○
Alkohol ●●●●●
Komplexität ●●●●○

Stil: Classic · Old Fashioned · Spirit Forward
Spirituose: Rye Whiskey
Gelegenheit: After Dinner · Nightcap


Cocoa Old Fashioned Cocktail
Cocoa Old Fashioned Cocktail

Cocoa Old Fashioned – Das Rezept

ZutatenMenge
Rye Whiskey80 ml
dunkler Schokoladenlikör1 Barlöffel
Falernum10 ml
Chocolate Bitters3 Dashes
Orange1 schmale Scheibe
Griottines-Kirschen3 Stück

Zubereitung

Eine schmale Orangenscheibe in mehrere kleine Stücke schneiden.

Orange und Griottines in einen Tumbler geben und vorsichtig muddeln. Dabei geht es nicht darum, die Orange komplett zu zerlegen. Vor allem die Schale sollte nicht aggressiv zerdrückt werden, sonst können unangenehme Bitternoten entstehen.

Einen großen Eiswürfel oder mehrere große Eisstücke ins Glas geben.

Rye Whiskey, Schokoladenlikör, Falernum und Chocolate Bitters dazugeben.

Den Drink lange und ruhig im Glas rühren, bis er gut gekühlt ist und ausreichend verdünnt wurde.

Probieren.

Wenn die Schokoladennote noch etwas mehr Druck verträgt, einen weiteren Dash Chocolate Bitters hinzufügen.

Garnitur

Die bereits verwendeten Orangenstücke und Griottines können im Glas bleiben.

Wer es etwas eleganter möchte, kann den Drink auch mit einer frischen Orangenzeste und einer einzelnen Griottines-Kirsche servieren.


TIPP

Beim Cocoa Old Fashioned ist die Dosierung der Chocolate Bitters entscheidend.

Zu wenig davon, und der Drink schmeckt einfach nach würzigem Rye Whiskey mit etwas Schokoladenlikör.

Zu viel davon, und die Schokolade übernimmt den gesamten Drink.

Drei Dashes sind deshalb ein guter Ausgangspunkt. Danach lieber vorsichtig nachlegen.

Noch wichtiger ist allerdings die Verdünnung.

Der Cocoa Old Fashioned enthält mit 8 cl Rye Whiskey ungewöhnlich viel Spirituose. Durch langes Rühren mit Eis wird der Drink nicht nur kalt, sondern bekommt auch genau die Menge Wasser, die er braucht.


Wie schmeckt der Cocoa Old Fashioned?

Der erste Eindruck gehört eindeutig dem Rye Whiskey.

Er bringt Würze, trockene Getreidenoten und eine gewisse Schärfe mit. Dahinter kommen dunkle Kakaoaromen und die Gewürze des Falernum.

Die Orange verbindet diese Aromen miteinander. Die Griottines bringen eine dunkle, leicht säuerliche Fruchtnote ins Spiel.

Das Spannende ist die Balance:

würzig → schokoladig → fruchtig → warm → trocken

Der Cocoa Old Fashioned ist dabei deutlich weicher als ein klassischer Old Fashioned, aber keineswegs leicht.

Er bleibt ein kräftiger Whiskey-Cocktail.

Oder kurz:

Der Cocoa Old Fashioned schmeckt wie ein Old Fashioned, der in die dunkle Ecke der Hausbar gezogen ist.


Das Flavor-Profil

COCOA OLD FASHIONED

Fresh ●●○○○
Dry ●●●○○
Sweet ●●●○○
Sour ●●○○○
Spicy ●●●●○
Fruity ●●●○○
Boozy ●●●●●
Complex ●●●●○

Geschmacksschwerpunkt

SPICY <────────●────>SWEET
DRY <──────●────────>RICH
LIGHT <──────────●──>INTENSE

Warum funktioniert dieser Cocktail?

1. Rye Whiskey

Der Rye ist das Rückgrat des Drinks.

Mit 8 cl ist er nicht nur irgendeine Basis, sondern eindeutig der Hauptdarsteller. Rye bringt mehr Würze und oft eine pfeffrigere, trockenere Struktur als ein weicher Bourbon.

Das ist wichtig, weil der Cocktail ansonsten durch Schokoladenlikör, Falernum und Kirschen schnell zu süß werden könnte.

Der Rye hält dagegen.

2. Schokolade

Der dunkle Schokoladenlikör bringt die offensichtlichste Besonderheit des Cocktails.

Dabei soll die Schokolade nicht wie flüssige Praline schmecken.

Sie liefert vielmehr dunkle, leicht bittere Kakaoaromen und macht den Whiskey runder.

Genau deshalb würde ich beim Schokoladenlikör eher zurückhaltend dosieren.

3. Falernum

Falernum ist hier mehr als ein Süßungsmittel.

Die Gewürznoten – insbesondere die Kombination aus Limette, Gewürzen und Nelken – geben dem Drink eine zusätzliche aromatische Ebene.

Dadurch entsteht die Verbindung zwischen Whiskey, Orange und Schokolade.

Ohne Falernum wäre der Drink deutlich geradliniger.

4. Chocolate Bitters

Die Chocolate Bitters sind der kleine Bestandteil mit großer Wirkung.

Sie verstärken nicht einfach nur den Schokoladengeschmack. Sie verbinden die vorhandenen Aromen miteinander und geben dem Drink mehr Tiefe.

Genau deshalb sollte man sie dosieren und nicht einfach nach dem Motto „mehr Schokolade = besser“ arbeiten.

5. Orange

Die Orange sorgt für Frische und bringt ein Gegengewicht zu Whiskey und Schokolade.

Dabei ist die Orangenschale fast wichtiger als der Saft.

Ihre ätherischen Öle geben dem Cocktail eine helle aromatische Spitze, während die Frucht zusammen mit den Kirschen für die dunklere Fruchtigkeit sorgt.

6. Griottines

Die Kirschen bringen eine weitere Fruchtebene in den Drink.

Griottines passen hier besonders gut, weil sie nicht einfach nur süß sind. Ihre Säure und die intensive Kirschfrucht verhindern, dass der Cocktail zu eindimensional schokoladig wird.


Welche Zutaten würde ich verwenden?

Rye Whiskey

Hier darf es ruhig ein charaktervoller Rye sein.

Ein sehr milder Whiskey würde in diesem Cocktail schnell untergehen. Der Rye sollte genug Würze und Struktur besitzen, um gegen Schokolade, Falernum und Kirsche bestehen zu können.

Mein Prinzip:

Je süßer und aromatischer die übrigen Zutaten, desto mehr Charakter darf der Rye haben.

Schokoladenlikör

Hier würde ich keinen extrem süßen Schokoladenlikör verwenden.

Gesucht ist eher ein dunkles Kakaoaroma als ein flüssiger Schokoriegel.

Die Menge ist bewusst klein gehalten.

Falernum

Falernum sollte vor allem Würze liefern.

Zu viel davon macht den Cocktail schnell süß und überlagert den Rye.

10 ml sind deshalb ein guter Ausgangspunkt.

Chocolate Bitters

Bei den Bitters lohnt sich vorsichtiges Herantasten.

Der Unterschied zwischen „kaum wahrnehmbar“ und „deutlich schokoladig“ kann tatsächlich nur ein zusätzlicher Dash sein.

Das war auch bei meiner ursprünglichen Version des Drinks der Punkt, an dem ich am meisten experimentieren musste.


Die Geschichte des Cocoa Old Fashioned

Der Cocoa Old Fashioned ist kein Cocktail, bei dem eine jahrhundertealte Entstehungsgeschichte zum eigentlichen Erlebnis gehört.

Interessanter ist die Idee dahinter.

Der Old Fashioned ist eines der einfachsten Cocktail-Grundprinzipien überhaupt:

Spirituose + Süße + Bitters + Verdünnung.

Von dort aus lässt sich viel verändern.

Beim Cocoa Old Fashioned wird dieses Grundprinzip nicht aufgegeben. Es wird lediglich in eine dunklere, würzigere Richtung verschoben.

Rye Whiskey ersetzt dabei die weichere Whiskey-Basis vieler moderner Old-Fashioned-Varianten.

Schokoladenlikör und Chocolate Bitters übernehmen die dunkle aromatische Ebene.

Falernum bringt Gewürze.

Orange und Kirsche liefern Frucht.

Das Ergebnis ist deshalb weniger ein völlig neuer Cocktail als eine konsequente Interpretation des Old-Fashioned-Prinzips.


Wenn Dir der Cocoa Old Fashioned gefällt …

🥃 Du magst kräftige Whiskey-Cocktails?

Manhattan

Weniger süß und schokoladig, dafür elegant, trocken und sehr whiskeybetont.

Vieux Carré

Noch komplexer und würziger – einer meiner Favoriten für alle, die Spirit-Forward-Cocktails mögen.

Sazerac

Rye Whiskey in einer wesentlich trockeneren und konzentrierteren Form.


🍫 Du magst dunkle, aromatische Cocktails?

Billionaire

Whiskey, Süße und Bitterkeit gehen hier ebenfalls eine interessante Verbindung ein.

Remember the Maine

Whiskey trifft auf süßen Vermouth und Kirschlikör – deutlich trockener, aber mit einer ähnlichen dunklen Fruchtnote.


🥃 Du möchtest noch mehr Old-Fashioned-Charakter?

Improved Whiskey Cocktail

Ein Klassiker, bei dem das Old-Fashioned-Prinzip durch zusätzliche aromatische Komponenten erweitert wird.

Manhattan

Die elegante Alternative, wenn der Whiskey stärker im Vordergrund bleiben soll.


Mein Urteil

Cocoa Old Fashioned

★★★★☆

Ein kräftiger, ungewöhnlicher Whiskey-Cocktail, der zeigt, dass Schokolade und Rye Whiskey sehr gut zusammenpassen.

Was mir am Cocoa Old Fashioned gefällt, ist gerade die Kombination aus Dingen, die zunächst etwas zu viel erscheinen.

Das könnte schnell in Richtung Dessert-Cocktail kippen.

Tut es aber nicht.

Der Rye bleibt deutlich präsent. Die Schokolade macht den Drink runder, Falernum bringt Würze und die Orange sorgt dafür, dass die ganze Sache nicht zu schwer wird.

Der entscheidende Punkt ist allerdings die Dosierung der Chocolate Bitters.

Ein Dash zu wenig – und die Schokolade verschwindet.

Ein Dash zu viel – und plötzlich trinkt man einen Schokoladen-Whiskey.

Dazwischen liegt der interessante Bereich.

Für mich ist der Cocoa Old Fashioned deshalb vor allem eines: ein Old Fashioned für den Abend, wenn es etwas dunkler, wärmer und aromatischer sein darf.


Cocktail Discovery

ENTDECKE DEN COCOA OLD FASHIONED

Spirituose
RYE WHISKEY

Stil
CLASSIC · OLD FASHIONED · SPIRIT FORWARD

Geschmack
CHOCOLATE · SPICY · ORANGE · DRY · RICH

Intensität ★★★★☆

Süße ★★★☆☆

Gewürze ★★★★☆

Alkohol ★★★★★

Gelegenheit
AFTER DINNER · NIGHTCAP


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Dirk Wäscher – Trips, Food, Cocktails, Bars