Bourbon · Rauchiger Scotch · Ahornsirup · Bitters
Rauchig. Dunkel. Würzig. Süß. Ein Old-Fashioned-Twist für Whisky-Liebhaber.
Der Don Lockwood ist kein Cocktail für den schnellen Durst.
Er ist ein Drink für den Moment, in dem man sich mit einem Glas Whisky zurücklehnt und plötzlich feststellt, dass Whisky noch sehr viel mehr kann als Whisky pur.
Bourbon und rauchiger Scotch treffen auf Ahornsirup, Angostura Bitters und Chocolate Bitters. Das klingt zunächst nach einem ziemlich kleinen Zutatenensemble. Tatsächlich entsteht daraus ein erstaunlich komplexer Cocktail.
Der Bourbon bringt Vanille, Karamell und Wärme. Der Scotch legt Rauch und eine leicht maritime Würze darüber. Der Ahornsirup verbindet beide Whiskys und gibt dem Drink seine dunkle Süße. Angostura sorgt für Würze, während Chocolate Bitters eine dezente Kakao- und Röstnote hinzufügen.
Das Ergebnis erinnert an einen Old Fashioned, ist aber deutlich rauchiger und aromatischer.
FLAVOUR TAGS
SMOKY · WOODY · SPICY · RICH · MAPLE · CHOCOLATE · BOOZY · BITTER
Cocktail-Charakter
Säure ●○○○○
Süße ●●●○○
Würze ●●●●○
Rauch ●●●●○
Frucht ●○○○○
Alkohol ●●●●●
Komplexität ●●●●●
Stil: Modern Classic · Old Fashioned · Spirit Forward
Spirituose: Bourbon & Scotch
Gelegenheit: After Dinner · Nightcap · Herbstabend · Winterabend

Don Lockwood – Das Rezept
| Zutaten | Menge |
| Bourbon Whiskey | 30 ml |
| rauchiger Scotch Whisky | 30 ml |
| Ahornsirup | 10 ml |
| Angostura Bitters | 2 Dashes |
| Chocolate Bitters | 2 Dashes |
| Eis | reichlich |
Garnitur
Orangenzeste
Optional kann der Drink zusätzlich mit einem kleinen Stück dunkler Schokolade serviert werden. Die Kombination aus Schokolade und dem rauchigen Whisky passt erstaunlich gut zum Drink. Difford’s Guide empfiehlt beispielsweise ein Stück Schokolade mit hohem Kakaoanteil als Begleitung.
Zubereitung
Ein Old-Fashioned-Glas vorkühlen.
Bourbon, rauchigen Scotch, Ahornsirup sowie Angostura und Chocolate Bitters in ein Rührglas geben.
Mit reichlich Eis auffüllen und etwa 20–30 Sekunden kalt rühren.
Anschließend auf einen großen Eiswürfel in einen Tumbler beziehungsweise ein Old-Fashioned-Glas abseihen.
Eine Orangenzeste über dem Drink ausdrücken, damit die ätherischen Öle auf der Oberfläche landen, und die Zeste anschließend als Garnitur ins Glas geben.
Wichtig: Der Don Lockwood wird gerührt, nicht geschüttelt. Das passt zu seinem Charakter: klar, konzentriert und spirituosenbetont.
Wie schmeckt der Don Lockwood?
Der erste Eindruck gehört dem Rauch.
Aber nicht ausschließlich.
Der Bourbon bringt sofort eine weichere, süßere Seite ins Spiel: Vanille, Karamell und eine gewisse Wärme. Der rauchige Scotch setzt dagegen eine deutlich trockenere und herbere Akzentuierung.
Dann kommt der Ahornsirup.
Er macht den Drink nicht einfach süß. Seine Aufgabe ist vielmehr, die beiden Whiskys miteinander zu verbinden.
Die Bitters sorgen schließlich dafür, dass der Don Lockwood nicht in Richtung Whisky mit Ahornsirup abdriftet.
Angostura bringt Würze und Bitterkeit. Die Chocolate Bitters legen eine dunkle Kakao- und Röstnote darunter.
So entwickelt sich der Drink ungefähr in dieser Richtung:
rauchig → würzig → karamellig → schokoladig → trocken
Der Don Lockwood ist deshalb ein Cocktail für alle, die kräftige, dunkle und aromatische Drinks mögen.
Wer dagegen leichte, frische oder säurebetonte Cocktails sucht, ist hier eher falsch.
Das Flavor-Profil
DON LOCKWOOD
Fresh ●○○○○
Dry ●●●○○
Sweet ●●●○○
Sour ●○○○○
Smoky ●●●●●
Spicy ●●●●○
Rich ●●●●●
Boozy ●●●●●
Complex ●●●●●
Geschmacksschwerpunkt
| SMOKY | <────────●──────> | RICH |
| DRY | <────────●──────> | SWEET |
| LIGHT | <────────────●──> | INTENSE |
| SIMPLE | <────────────●──> | · COMPLEX |
Warum funktioniert der Don Lockwood?
1. Die Split Base aus Bourbon und Scotch
Das Herzstück des Cocktails ist die Kombination aus zwei Whiskys.
Bourbon und Scotch bringen sehr unterschiedliche Eigenschaften mit.
Der Bourbon liefert Süße, Vanille, Karamell und Körper.
Der rauchige Scotch bringt dagegen Rauch, Torf, trockene Würze und teilweise maritime Aromen.
Allein wäre jeder Whisky bereits charaktervoll.
Zusammen entsteht aber eine deutlich größere aromatische Bandbreite.
Das Prinzip einer Split Base ist aus Cocktails durchaus bekannt. Beim Don Lockwood ist aber besonders interessant, dass nicht zwei völlig unterschiedliche Spirituosen kombiniert werden, sondern zwei Whisky-Stile. Gerade dadurch bleibt der Drink klar als Whisky-Cocktail erkennbar.
2. Der Rauch
Beim Scotch sollte man nicht automatisch zum maximal rauchigen Whisky greifen.
Ein sehr stark getorfter Islay kann den Bourbon und die feineren Aromen des Cocktails schnell überdecken.
Das ursprüngliche Rezept von Abraham Hawkins wird mit einem moderat rauchigen Scotch in Verbindung gebracht; Bowmore wird dabei häufig als Referenz genannt.
Das ist für den Don Lockwood ein guter Ausgangspunkt.
Der Scotch soll Rauch hinzufügen – nicht den gesamten Cocktail übernehmen.
3. Der Ahornsirup
Ahornsirup ist hier mehr als nur ein Süßungsmittel.
Er bringt selbst karamellige, holzige und leicht röstige Noten mit und passt deshalb hervorragend zu Bourbon und Chocolate Bitters.
Entscheidend ist die Dosierung.
Der Drink sollte nicht nach Pfannkuchen mit Whisky schmecken.
Der Ahornsirup soll vielmehr die Kanten des rauchigen Scotch abrunden und Bourbon und Scotch miteinander verbinden.
10 ml sind deshalb ein guter Ausgangspunkt.
Je nach Whisky kann man die Menge leicht anpassen.
4. Die Bitters
Die Kombination aus Angostura und Chocolate Bitters ist einer der kleinen Tricks des Cocktails.
Angostura bringt die klassische Old-Fashioned-Würze: Gewürze, Bitterkeit und aromatische Tiefe.
Die Chocolate Bitters sind subtiler.
Sie machen aus dem Drink keinen Schokoladen-Cocktail. Stattdessen legen sie eine dunkle Kakao- und Röstnote unter die Whiskys.
Genau diese kleine zusätzliche Ebene macht den Don Lockwood interessanter.
Die Geschichte des Don Lockwood
Von New York nach Hollywood
Der Don Lockwood ist kein historischer Cocktail aus der Prohibitionszeit.
Er ist wesentlich jünger.
Entwickelt wurde er von Abraham Hawkins in der New Yorker Bar Dutch Kills. Benannt ist der Cocktail nach Don Lockwood, der von Gene Kelly gespielten Hauptfigur aus dem Film Singin’ in the Rain von 1952.
Der Name passt, denn der Cocktail hat tatsächlich etwas Filmisches: Bourbon, Rauch, Ahorn und Schokolade ergeben einen sehr dunklen, fast gemütlichen Drink.
ca. 2012 – New York · Dutch Kills
Abraham Hawkins entwickelt den Don Lockwood.
Danach
Der Cocktail wird als moderner Old-Fashioned-Twist bekannter.
Heute
Der Don Lockwood ist vor allem unter Cocktail-Enthusiasten und Whisky-Liebhabern bekannt und taucht weiterhin auf Cocktailkarten und in Rezeptesammlungen auf.
Das eigentlich Faszinierende am Don Lockwood
Der Don Lockwood zeigt ziemlich schön, wie wenig man braucht, um einen Klassiker komplett zu verändern.
Die Grundstruktur ist denkbar einfach:
Whisky + Süße + Bitters
Das ist das Grundprinzip eines Old Fashioned.
Dann werden zwei Dinge verändert:
Aus einem Whisky werden zwei.
Und aus Zucker wird Ahornsirup.
Dazu kommen Chocolate Bitters.
Mehr ist es eigentlich nicht.
Und trotzdem entsteht daraus ein Cocktail mit einer völlig eigenen Identität.
Das ist für mich die eigentliche Stärke des Don Lockwood.
Er versucht nicht, möglichst viele Zutaten unterzubringen.
Er nimmt ein bekanntes Cocktailprinzip und verschiebt ein paar Stellschrauben.
Das Ergebnis ist rauchiger, dunkler und komplexer als der klassische Old Fashioned, ohne seine Grundidee zu verlieren.
Ein Cocktail – mehrere Möglichkeiten
Die Grundidee ist bereits sehr gut ausbalanciert.
Interessanter sind kleine Anpassungen.
Der Whisky/Whiskey
Beim Bourbon würde ich einen eher kräftigen, aber nicht übermäßig süßen Vertreter nehmen.
Beim Scotch ist ein mittelrauchiger Islay ein guter Ausgangspunkt.
Das Original wird häufig mit Elijah Craig Bourbon und Bowmore Scotch in Verbindung gebracht.
Das bedeutet aber nicht, dass genau diese Kombination notwendig ist.
Interessanter ist eigentlich das Prinzip:
kräftiger Bourbon + moderat rauchiger Scotch
Wer mehr Rauch möchte, kann den Anteil des Scotch erhöhen.
Wer einen weicheren Don Lockwood bevorzugt, kann dagegen den Bourbon stärker gewichten.
Damit wird der Drink sogar zu einer kleinen Whisky-Spielwiese.
Die Bitters
Bei den Angostura Bitters würde ich nicht experimentieren, bevor das Grundrezept einmal ausprobiert wurde.
Die klassische aromatische Würze passt hier sehr gut.
Bei den Chocolate Bitters gibt es dagegen größere Unterschiede zwischen einzelnen Produkten.
Gesucht ist keine stark kräuterige oder kaffeebetonte Bitters-Variante, sondern eher eine trockene Kakao- und Röstnote.
Sie soll im Hintergrund arbeiten.
Wenn man die Chocolate Bitters deutlich herausschmeckt, ist das nicht unbedingt schlecht – aber dann wird der Cocktail schnell schwerer und dessertartiger.
Wenn Dir der Don Lockwood gefällt …
🥃 Du magst kräftige Whisky-Cocktails?
→ Sazerac
Rye oder Cognac, Absinth und Bitters: trockener, würziger und deutlich klassischer.
→ Manhattan
Whiskey, Vermouth und Bitters. Weniger Rauch, dafür mehr Kräuter, Würze und Tiefe.
→ Vieux Carré
Noch komplexer: Whiskey trifft auf Cognac, Vermouth, Bénédictine und Bitters.
🔥 Du magst den rauchigen Charakter?
→ Sazerac
Würzig, trocken und intensiv – allerdings ohne den ausgeprägten Rauch des Don Lockwood.
→ Improved Whiskey Cocktail
Wenn Du beim Whisky bleiben möchtest, aber eine völlig andere Richtung ausprobieren willst.
🍁 Du magst dunkle, süße Cocktails?
→ Manhattan
Weniger süß und rauchig, dafür mit Vermouth und einer deutlich weiniger-würzigen Aromatik.
→ Cocoa Old Fashioned
Die naheliegende Empfehlung für alle, bei denen gerade die dunkle Kakao-Note des Don Lockwood hängen geblieben ist.
🍋 Du möchtest dagegen etwas Frischeres?
→ Whiskey Sour
Das gleiche Whisky-Fundament, aber mit Zitrone und deutlich mehr Säure.
→ Whiskey Sour Continental
Eine interessante Weiterentwicklung des Sour-Prinzips mit einer zusätzlichen fruchtig-weinigen Ebene.
Mein Urteil
Don Lockwood
★★★★★
Der Don Lockwood ist für mich einer dieser Cocktails, die auf dem Papier fast zu einfach aussehen.
Bourbon.
Scotch.
Ahornsirup.
Bitters.
Das war’s.
Aber genau diese Reduktion funktioniert.
Der Bourbon bringt Wärme und Süße, der Scotch den Rauch, der Ahornsirup verbindet beide und die Bitters geben dem Drink die notwendige Tiefe.
Besonders gelungen finde ich dabei, dass die Chocolate Bitters nicht versuchen, aus dem Don Lockwood einen Dessert-Cocktail zu machen. Sie bleiben im Hintergrund und geben dem Drink lediglich eine dunklere, röstigere Dimension.
Wer rauchige Whisky-Cocktails mag, sollte den Don Lockwood unbedingt einmal ausprobieren.
Und wer ihn bisher noch nicht kennt, bekommt hier einen ziemlich guten Einstieg in die Welt der modernen Old-Fashioned-Variationen.
Cocktail Discovery
ENTDECKE DEN DON LOCKWOOD
Spirituose
BOURBON · SCOTCH
Stil
MODERN CLASSIC · OLD FASHIONED · SPIRIT FORWARD
Geschmack
SMOKY · RICH · SPICY · MAPLE · CHOCOLATE
Intensität ★★★★★
Süße ★★★☆☆
Rauch ★★★★☆
Komplexität ★★★★★
Gelegenheit
AFTER DINNER · NIGHTCAP · HERBST · WINTER
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