Beuser & Angus Special Cocktail

Beuser & Angus Special – Cocktail – Rezept

Chartreuse · Limette · Maraschino · Orangenblüte

Kräuterig. Zitrisch. Floral. Kräftig. Ein ungewöhnlicher Berliner Cocktail aus der frühen Cocktail-Renaissance.

Der Beuser & Angus Special ist kein Cocktail, der sich besonders leicht erklären lässt.

Grüne Chartreuse, Limette, Maraschino, Eiweiß und Orangenblütenwasser – auf dem Papier klingt das zunächst nach einer ziemlich ungewöhnlichen Kombination.

Im Glas ergibt sie allerdings erstaunlich viel Sinn.

Der grüne Chartreuse bringt eine intensive, komplexe Kräuteraromatik. Die Limette sorgt für Säure und Frische, während Maraschino eine leicht süße, würzige Fruchtnote beisteuert. Das Eiweiß macht den Drink weich und cremig.

Und dann kommt zum Schluss noch Orangenblütenwasser dazu.

Genau diese letzte Note macht den Cocktail zu etwas Besonderem.

FLAVOUR TAGS

HERBAL · CITRUS · FLORAL · SWEET · AROMATIC · BOOZY

Cocktail-Charakter

Säure ●●●●○
Süße ●●●○○
Kräuter ●●●●●
Frucht ●●○○○
Alkohol ●●●●●
Komplexität ●●●●●

Stil: Modern Classic · Sour · Egg White Cocktail
Spirituose: Kräuterlikör / Chartreuse
Gelegenheit: Aperitif · Abend · After Dinner


Beuser & Angus Special Cocktail
Beuser & Angus Special Cocktail

Beuser & Angus Special – Das Rezept

ZutatenMenge
Grüne Chartreuse50 ml
frischer Limettensaft20-25 ml
Maraschino10-15 ml
Zuckersirup10 ml
Eiweißca. 15–20 ml
Orangenblütenwasser3–5 Dashes
Eisreichlich

Zubereitung

Einen Tumbler vorkühlen.

Chartreuse, frisch gepressten Limettensaft, Maraschino, Zuckersirup und Eiweiß in den Shaker geben.

Zunächst alle Zutaten ausser dem Orangenblütenwasser ohne Eis kräftig shaken. Dieser Dry Shake sorgt dafür, dass das Eiweiß emulgiert und später eine möglichst stabile, cremige Schaumkrone entsteht.

Anschließend reichlich Eis dazugeben und erneut kräftig shaken.

In einen mit frischem Crushed Ice oder einem großen Eiswürfel gefüllten Tumbler doppelt abseihen.

Zum Schluss einige Dashes Orangenblütenwasser auf die Schaumkrone geben.

Nicht zu viel.

Die Orangenblüte soll beim ersten Schluck auftauchen, aber nicht den gesamten Cocktail dominieren.

Garnitur

Keine klassische Garnitur nötig.

Ein paar Tropfen Orangenblütenwasser auf dem Schaum sind bereits Teil der Aromatik und gleichzeitig die schönste Präsentation des Drinks.


Wie schmeckt der Beuser & Angus Special?

Der erste Eindruck ist intensiv.

Grüne Chartreuse steht sofort im Vordergrund: kräuterig, würzig, süßlich und ausgesprochen aromatisch.

Dann kommt die Limette.

Ihre Säure nimmt der Chartreuse etwas von ihrer Schwere und bringt Frische in den Drink. Der Maraschino verbindet beide Seiten miteinander und fügt eine dezente, leicht kirschige und mandelig-würzige Süße hinzu.

Das Eiweiß verändert anschließend vor allem die Textur.

Der Cocktail wird weich, cremig und fast samtig.

Und über allem liegt die Orangenblüte.

Kräuter · Zitrus · Süße · Floral

Der Drink ist dabei deutlich kräftiger als viele klassische Sours. Das liegt nicht nur an der Menge der Chartreuse, sondern auch daran, dass die grüne Chartreuse selbst bereits ein sehr intensiver und alkoholreicher Bestandteil ist.

Der Beuser & Angus Special ist deshalb kein Cocktail für jemanden, der einen leichten, unkomplizierten Sour sucht.

Er ist für alle, die intensive Kräuteraromen und ungewöhnliche Kombinationen mögen.


Das Flavor-Profil

BEUSER & ANGUS SPECIAL

Fresh ●●●○○
Dry ●●●○○
Sweet ●●●○○
Sour ●●●●○
Herbal ●●●●●
Fruity ●●○○○
Floral ●●●●○
Boozy ●●●●●
Complex ●●●●●

Geschmacksschwerpunkt

HERBAL <────────●────>FLORAL
DRY <───────●─────> SWEET
LIGHT <──────────●──>INTENSE
FRESH <──────●──────>RICH

Der Beuser & Angus Special sitzt damit ziemlich weit auf der intensiven, kräuterigen Seite der Cocktailwelt.


Warum ich den Beuser & Angus Special mag

Es gibt Cocktails, die sofort verständlich sind.

Ein Daiquiri zum Beispiel: Rum, Limette, Zucker. Fertig.

Und dann gibt es Drinks wie den Beuser & Angus Special.

Bei ihm braucht man einen Moment.

Chartreuse und Limette funktionieren noch relativ offensichtlich. Aber dann kommt Maraschino. Und Eiweiß. Und schließlich Orangenblütenwasser.

Eigentlich sind das ziemlich viele Ideen für einen einzigen Cocktail.

Trotzdem wirkt der Drink nicht beliebig.

Das liegt meiner Meinung nach daran, dass jede Zutat eine ziemlich klare Aufgabe hat.

Die Chartreuse liefert die Tiefe.

Die Limette bringt Spannung.

Der Maraschino verbindet die beiden.

Das Eiweiß macht den Drink weich.

Und die Orangenblüte setzt am Ende einen aromatischen Punkt.

Das Ergebnis ist ein Cocktail, der gleichzeitig kräftig, frisch, weich, kräuterig und floral sein kann.

Und genau das macht ihn interessant.


Warum funktioniert dieser Cocktail?

1. Die grüne Chartreuse

Der Chartreuse ist hier nicht einfach nur eine Spirituose.

Der ist der Cocktail.

Ihre enorme Kräuterkomplexität liefert bereits einen großen Teil dessen, was man normalerweise mit mehreren Zutaten aufbauen müsste.

Deshalb würde ich bei diesem Drink auch nicht versuchen, die Chartreuse durch einen beliebigen Kräuterlikör zu ersetzen.

Die Kombination funktioniert gerade deshalb so gut, weil die grüne Chartreuse gleichzeitig süß, kräuterig, würzig und alkoholisch ist.

Hier darf der Chartreuse laut sein.

2. Die Limette

Die Limette ist der notwendige Gegenpol.

Ohne ihre Säure würde der Cocktail schnell zu schwer und süß wirken.

Frisch gepresster Limettensaft ist deshalb Pflicht.

Er sorgt dafür, dass der Chartreuse nicht einfach nur intensiv schmeckt, sondern Spannung bekommt.

Und genau hier zeigt sich auch die Nähe zum klassischen Sour.

3. Der Maraschino

Der Maraschino ist eine der interessantesten Zutaten des Drinks.

Er bringt Süße, aber nicht einfach nur Süße.

Seine typische leicht kirschige, würzige und mandelige Aromatik ergänzt die Kräuter der Chartreuse erstaunlich gut.

Gleichzeitig verbindet er Chartreuse und Limette.

Damit erinnert der Drink nicht zufällig an den Last Word, in dem ebenfalls Chartreuse, Maraschino und Limette zusammentreffen.

4. Das Eiweiß

Das Eiweiß verändert den Charakter des Cocktails stärker, als man zunächst denkt.

Es bringt keine dominante eigene Geschmacksnote.

Stattdessen verändert es die Textur.

Aus einem kräftigen, eher kantigen Chartreuse Sour wird ein weicher und cremiger Cocktail.

Deshalb lohnt sich der Dry Shake.

Er sorgt für eine bessere Emulsion und eine stabile Schaumkrone.

5. Die Orangenblüte

Und dann ist da noch die ungewöhnlichste Zutat.

Orangenblütenwasser.

Davon braucht man erstaunlich wenig.

Ein paar Dashes reichen aus, um die Nase des Cocktails komplett zu verändern.

Der Duft erinnert plötzlich weniger an einen klassischen Sour und stärker an etwas Florales, beinahe Parfümiertes.

Das ist kein Zufall: Die Orangenblütennote wird häufig als Anleihe beim Ramos Gin Fizz beschrieben.

Der entscheidende Punkt ist deshalb:

Orangenblütenwasser nicht als Hauptzutat behandeln.

Es soll den Drink parfümieren – nicht überdecken.


Die Geschichte des Beuser & Angus Special

Ein Cocktail aus der Berliner Bar-Renaissance

Der Beuser & Angus Special wurde 2007 von Gonçalo de Sousa Monteiro in Berlin für die Bartender Bastian Heuser und Angus Winchester entwickelt. Aus einem zunächst bestellten Chartreuse Sour entstand dabei ein Cocktail, der Einflüsse des Last Word und des Ramos Gin Fizz miteinander verbindet.


Das eigentlich Faszinierende am Beuser & Angus Special

Für mich ist der Drink vor allem ein schönes Beispiel dafür, wie sich Cocktailgeschichte manchmal entwickelt.

Man nimmt nicht einfach fünf Zutaten und erfindet etwas völlig Neues.

Man nimmt bekannte Ideen.

Einen Chartreuse Sour.

Den Last Word.

Den Ramos Gin Fizz.

Und verbindet sie miteinander.

Das Ergebnis ist trotzdem kein Cocktail, der wie eine bloße Mischung seiner Vorbilder schmeckt.

Er hat eine eigene Identität.

Und vielleicht ist genau das die interessanteste Eigenschaft des Beuser & Angus Special:

Man erkennt die Vorbilder – aber man schmeckt trotzdem einen eigenen Cocktail.


Wenn Dir der Beuser & Angus Special gefällt …

🌿 Du magst Chartreuse, Kräuter und komplexe Aromen?

Last Word

Die naheliegendste Empfehlung.

Gin, Chartreuse, Maraschino und Limette bilden eine direkte aromatische Verbindung zum Beuser & Angus Special.

Tipperary

Whiskey, Chartreuse und Vermouth führen die kräuterige Seite in eine wärmere und würzigere Richtung.

La Louisiane

Noch komplexer und dunkler: Whiskey, Vermouth, Bénédictine und Bitters.


🍋 Du magst Sours mit ungewöhnlicher Aromatik?

Gin Basil Smash

Frische Kräuter treffen auf Zitrone und Gin – deutlich leichter und grüner als der Beuser & Angus Special.

Daiquiri

Die puristische Alternative: Rum, Limette und Zucker.

Whiskey Sour Continental

Weniger floral, dafür wärmer und whiskeybetonter.

🥃 Du möchtest einen kräftigen, komplexen Cocktail?

Vieux Carré

Rye Whiskey, Cognac, Vermouth, Bénédictine und Bitters – komplex, würzig und deutlich klassischer.

Sazerac

Noch reduzierter, trockener und alkoholischer.

Final Ward

Wenn Dir die Verbindung aus Whiskey, Chartreuse und Zitrus gefällt, ist der Final Ward der nächste logische Schritt.


Mein Urteil

Beuser & Angus Special

★★★★★

Ein Cocktail, der seinem Namen gerecht wird.

Special ist er tatsächlich.

Nicht weil er besonders kompliziert wäre, sondern weil hier ungewöhnlich viele starke Aromen erstaunlich gut zusammenarbeiten.

Chartreuse.
Limette.
Maraschino.
Eiweiß.
Orangenblüte.

Der Drink ist kräftig, kräuterig und floral, aber durch Säure und Eiweiß gleichzeitig erstaunlich ausgewogen.

Für mich ist er vor allem dann interessant, wenn man den Last Word bereits kennt und wissen möchte, was passiert, wenn man dessen Aromatik weiter in Richtung Sour, Textur und Floralität verschiebt.

Dann ist der Beuser & Angus Special ein ziemlich guter nächster Schritt.


Cocktail Discovery

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Spirituose
CHARTREUSE

Stil
MODERN CLASSIC · SOUR · EGG WHITE

Geschmack
HERBAL · CITRUS · FLORAL · AROMATIC

Intensität ★★★★★

Süße ★★★☆☆

Säure ★★★★☆

Kräuter ★★★★★

Gelegenheit
APERITIF · EVENING · AFTER DINNER

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Dirk Wäscher – Trips, Food, Cocktails, Bars