Gin Basil Smash

Gin Basil Smash – Cocktail – Rezept

Gin · Basilikum · Zitrone · Zuckersirup

Frisch. Kräuterig. Zitrusbetont. Intensiv. Ein Hamburger Cocktail, der zum modernen Klassiker wurde.

Der Gin Basil Smash ist einer dieser Cocktails, bei denen vier einfache Zutaten erstaunlich viel können.

Gin, frisches Basilikum, Zitrone und etwas Zucker.

Mehr braucht es nicht.

Und trotzdem ist der Drink alles andere als simpel: Das Basilikum bringt eine intensive grüne Kräuteraromatik, die Zitrone sorgt für Frische und Säure, der Zucker bringt die Balance und der Gin gibt dem Ganzen Struktur.

Das Ergebnis ist ein Cocktail, der gleichzeitig frisch, aromatisch, herb und erstaunlich kräftig ist.

Und er hat eine ziemlich bemerkenswerte Geschichte: Der Gin Basil Smash wurde 2008 in Hamburg von Jörg Meyer entwickelt und verbreitete sich anschließend von dort aus in Bars auf der ganzen Welt.


FLAVOUR TAGS

HERBAL · CITRUS · FRESH · BOTANICAL · TART · AROMATIC

Cocktail-Charakter

Säure ●●●●○
Süße ●●○○○
Kräuter ●●●●●
Frucht ●●●○○
Alkohol ●●●●○
Komplexität ●●●●○

Stil: Modern Classic · Smash · Sour
Spirituose: Gin
Gelegenheit: Aperitif · Sommerabend · After Work


Gin Basil Smash
Gin Basil Smash

Gin Basil Smash – Das Rezept

ZutatMenge
Gin60 ml
frischer Zitronensaft20–30 ml
Zuckersirup20 ml
frisches Basilikumca. 10 Blätter / kleines Bund
Eisreichlich

Zubereitung

Ein Tumbler oder Rocks Glass vorkühlen.

Basilikum zusammen mit Zitronensaft und Zuckersirup in den Shaker geben. Mit dem Muddler kräftig andrücken, damit die ätherischen Öle aus dem Basilikum freigesetzt werden.

Ziel ist möglichst viel Aroma, nicht Basilikumpüree.

Gin und reichlich Eis dazugeben.

Kräftig shaken, bis der Drink sehr kalt ist.

Anschließend doppelt abseihen – zunächst durch das Barsieb, anschließend durch ein feines Sieb – und in einen mit frischem Eis gefüllten Tumbler geben.

Garnitur

Basilikumzweig

Mehr braucht der Drink eigentlich nicht.

Ein kleiner Zweig Basilikum passt nicht nur optisch, sondern verstärkt beim Trinken auch direkt das Aroma.


TIPP

Beim Basilikum kommt es auf die richtige Menge Kraft an.

Beim Muddeln darf man durchaus kräftig sein – aber nicht minutenlang darauf herumarbeiten. Das Ziel sind die aromatischen Öle des Basilikums, nicht möglichst viel Pflanzenmaterial im Drink.


Wie schmeckt der Gin Basil Smash?

Der erste Eindruck ist Zitrone und Basilikum.

Die Säure ist deutlich, aber nicht aggressiv. Direkt dahinter kommt das intensive, frische Aroma des Basilikums. Der Gin liefert Wacholder und weitere Botanicals und verhindert, dass der Drink wie eine Basilikum-Limonade wirkt.

Der Zuckersirup verbindet die einzelnen Komponenten.

Das Interessante ist dabei die Kombination:

frisch → kräuterig → zitrisch → trocken

Der Gin Basil Smash schmeckt intensiv, aber nicht schwer.

Er ist ein Cocktail für alle, die frische, aromatische Drinks mögen und bei einem Gin Cocktail etwas mehr als nur Wacholder und Tonic suchen.


Das Flavor-Profil

GIN BASIL SMASH

Fresh ●●●●●
Dry ●●●●○
Sweet ●●○○○
Sour ●●●●○
Herbal ●●●●●
Fruity ●●●○○
Boozy ●●●●○
Complex ●●●●○

Geschmacksschwerpunkt

HERBAL <────────●────>CITRUS
DRY <──────●──────>SWEET
LIGHT <────────●────>INTENSE
FRESH <────●────────>RICH

Warum ich den Gin Basil Smash mag

Der Gin Basil Smash war für mich lange vor allem ein Sommerdrink.

Einer dieser Cocktails, die man sich an einem warmen Abend auf dem Balkon macht und bei denen man sich fragt, warum man eigentlich nicht viel öfter Basilikum in Cocktails verwendet.

Irgendwann kamen andere Drinks dazu und der Gin Basil Smash geriet etwas in Vergessenheit.

Vielleicht lag es auch am Basilikum. Man kauft ein Bund, braucht ein paar Blätter für den Cocktail und drei Tage später sieht der Rest aus, als hätte er persönlich etwas gegen die eigene Hausbar.

Also wurde es Zeit, ihn wieder hervorzuholen.

Und dabei wurde mir wieder klar, warum ich den Drink ursprünglich so mochte.

Gin und Basilikum funktionieren einfach erstaunlich gut zusammen.

Die Zitrone bringt Säure und Frische, der Zucker nimmt ihr die Schärfe und der Gin verbindet alles mit seinen Botanicals.

Aus wenigen Zutaten entsteht ein Drink, der gleichzeitig frisch, kräuterig und ziemlich charaktervoll ist.


Warum funktioniert dieser Cocktail?

1. Gin und Basilikum

Das ist die eigentliche Idee hinter dem Drink.

Gin bringt selbst bereits eine ganze Reihe botanischer Aromen mit. Basilikum setzt darauf noch einmal eine sehr frische, grüne Kräuterschicht.

Dadurch schmeckt der Gin Basil Smash deutlich aromatischer als ein klassischer Gin Sour.


2. Die Zitrone

Die Zitrone ist der Gegenspieler zum Basilikum und zum Gin.

Ihre Säure verhindert, dass der Drink schwer oder eindimensional wirkt.

Gleichzeitig verstärkt sie den Eindruck von Frische.

Deshalb würde ich hier immer frisch gepressten Zitronensaft verwenden.


3. Der Zucker

Der Zuckersirup hat eine einfache Aufgabe: Er bringt die Säure ins Gleichgewicht.

20 ml sind ein guter Ausgangspunkt. Bei besonders saftigen oder sauren Zitronen kann etwas mehr oder weniger sinnvoll sein.

Der Drink sollte nicht süß schmecken.

Der Zucker soll die Zitrone balancieren – nicht aus ihr Limonade machen.


4. Das Basilikum

Das Basilikum ist der Star.

Und genau deshalb würde ich ihm auch in der Rezeptbeschreibung mehr Aufmerksamkeit geben als bei einem normalen Cocktail.

Frisches Basilikum funktioniert hier wesentlich besser als irgendein Basilikumsirup oder künstliches Aroma.

Beim Muddeln sollen die ätherischen Öle freigesetzt werden.

Gleichzeitig sollte man es nicht völlig zerlegen: Zu viel zerkleinertes Pflanzenmaterial macht das Abseihen schwieriger und kann die Textur des Drinks verschlechtern.


5. Der Gin

Beim Gin Basil Smash würde ich einen trockenen Gin mit deutlicher Zitrus- oder ausgewogener Botanical-Ausrichtung bevorzugen.

Sehr schwere oder extrem wacholderbetonte Gins können gegen das Basilikum unnötig laut werden.

Mein Prinzip wäre:

Je aromatischer das Basilikum, desto klarer darf der Gin sein.


Die Geschichte des Gin Basil Smash

Von Hamburg in die Welt

Der Gin Basil Smash ist kein Cocktail aus dem 19. Jahrhundert, der irgendwann wiederentdeckt wurde.

Seine Geschichte ist wesentlich jünger.

Und genau das macht sie interessant.

Der Drink entstand 2008 in Hamburg. Jörg Meyer entwickelte ihn im Umfeld seiner Bar Le Lion – Bar de Paris und veröffentlichte das Rezept anschließend unter dem damaligen Namen „Gin Pesto“. Als Inspiration diente unter anderem der Whiskey Smash.

2008 – Hamburg · Le Lion

Jörg Meyer entwickelt den Gin Basil Smash.

2008 – „Gin Pesto“

Das Rezept wird veröffentlicht und beginnt sich außerhalb Hamburgs zu verbreiten.

Danach – Der Drink wird zum internationalen Hit

Der Gin Basil Smash taucht zunehmend auf Cocktailkarten rund um die Welt auf. Das Le Lion wurde dabei zu einem wichtigen Ausgangspunkt seiner internationalen Bekanntheit.

Heute – Moderner Klassiker

Aus einem Hamburger Signature Drink ist ein weltweit bekannter Cocktail geworden.


Das eigentlich Faszinierende am Gin Basil Smash

Der Gin Basil Smash ist ein schönes Beispiel dafür, dass ein moderner Cocktail nicht kompliziert sein muss.

Die Grundidee ist fast verblüffend einfach:

Nimm einen Gin Sour.
Ersetze die klassische Aromatik durch frisches Basilikum.
Schüttle alles kräftig.

Das Ergebnis hat trotzdem eine völlig eigene Identität.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum der Drink so gut funktioniert.

Er wirkt gleichzeitig vertraut und ungewöhnlich.

Man erkennt Gin.

Man erkennt Zitrone.

Aber sobald das Basilikum dazukommt, wird daraus etwas Eigenständiges.


Ein Cocktail – viele Möglichkeiten

Basil Smash mit anderem Basilikum

Genovesisches Basilikum ist die naheliegende Wahl.

Mit Thai-Basilikum oder Zitronenbasilikum verändert sich der Charakter deutlich. Thai-Basilikum kann beispielsweise eine würzigere, leicht anisartige Richtung einschlagen.

Aus dem gleichen Aromenspiel lässt sich auch eine längere Highball-Version entwickeln. Der Gin Basil Highball wurde von Jörg Meyer später als schnelle Variante in den Boilerman Bars angeboten.


Wenn Dir der Gin Basil Smash gefällt …

🌿 Du magst Kräuter und Botanicals?

Last Word

Gin, Kräuter, Zitrus und eine deutlich komplexere Aromatik.

Beuser & Angus Special

Noch mehr Kräuter und Chartreuse – aber wesentlich weicher und runder.

Tipperary

Whiskey, Chartreuse und Vermouth ergeben einen würzigen, komplexen Drink.

La Louisiane

Ein weiterer klassischer Drink für alle, die Kräuter und Würze mögen.


🍋 Du magst frische Sour-Cocktails?

Daiquiri

Weniger Kräuter, dafür eine kompromisslose Kombination aus Rum, Limette und Süße.

Whiskey Sour

Die dunklere, wärmere Variante des Sour-Prinzips.

Pineapple Daiquiri

Wenn es fruchtiger werden darf.


🥃 Du magst Gin, möchtest aber etwas Klassischeres?

Last Word

Der perfekte nächste Schritt, wenn Du die Verbindung aus Gin, Zitrus und Kräutern spannend findest.

Martinez

Weniger frisch, dafür aromatischer, würziger und näher an der klassischen Cocktailgeschichte.

Vesper

Trockener, stärker und deutlich alkoholischer.


Mein Urteil

Gin Basil Smash

★★★★★

Ein moderner Klassiker, der erstaunlich einfach aussieht – und genau deshalb so gut funktioniert.

Der Gin Basil Smash braucht keine lange Zutatenliste.

Gin.

Zitrone.

Zucker.

Basilikum.

Das Entscheidende ist die Qualität und der Umgang mit diesen vier Zutaten.

Vor allem das Basilikum macht aus einem Gin Sour einen völlig anderen Drink.

Für mich ist der Gin Basil Smash deshalb einer dieser Cocktails, die man nach längerer Zeit wieder trinken sollte.

Nicht weil er besonders kompliziert wäre.

Sondern weil man manchmal vergessen hat, wie gut einfache Ideen funktionieren können.


Cocktail Discovery

ENTDECKE DEN GIN BASIL SMASH

Spirituose
GIN

Stil
MODERN CLASSIC · SMASH · SOUR

Geschmack
HERBAL · CITRUS · FRESH · BOTANICAL

Intensität ★★★★☆

Süße ★★☆☆☆

Säure ★★★★☆

Kräuter ★★★★★

Gelegenheit
APERITIF · SUMMER · AFTER WORK


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Dirk Wäscher – Trips, Food, Cocktails, Bars