Rum · Vermouth · Grand Marnier
Würzig. Süß. Aromatisch. Eine Rum-Interpretation des Manhattan-Prinzips.
Der Panama Cocktail ist einer dieser Drinks, die auf den ersten Blick ziemlich klassisch wirken.
Rum, Vermouth und ein Orangenlikör.
Keine lange Zutatenliste, keine spektakuläre Technik, kein Cocktail, der sich mit einer großen Geschichte in den Vordergrund drängt.
Und trotzdem funktioniert die Kombination erstaunlich gut.
Der Panama ist im Grunde eine Art mittelamerikanische Interpretation des Manhattan: Der Whiskey wird durch Rum ersetzt, der schwere rote Vermouth etwas leichter interpretiert und Grand Marnier bringt Orange und zusätzliche Süße ins Spiel.
Das Ergebnis ist ein Cocktail, der deutlich weicher und runder wirkt als viele klassische Whiskey-Cocktails.
Aber eben nicht belanglos.
Der Rum bringt Wärme und leichte Vanillenoten, der Vermouth liefert Kräuter und Würze und der Grand Marnier setzt einen deutlichen Akzent von Orange darüber.
FLAVOUR TAGS
RUM · ORANGE · HERBAL · SPICED · SWEET · AROMATIC
Cocktail-Charakter
Säure ●●○○○
Süße ●●●●○
Kräuter ●●●○○
Frucht ●●●●○
Alkohol ●●●●○
Komplexität ●●●●○
Stil: Rum Cocktail · Manhattan Variation · Stirred
Spirituose: Rum
Gelegenheit: Aperitif · Abend · After Dinner

Panama Cocktail – Das Rezept
| Zutaten | Menge |
| gereifter Rum | 60 ml |
| süßer Vermouth | 30 ml |
| Grand Marnier | 15 ml |
| Eis | reichlich |
Meine Version
60 ml Don Pancho Origenes 8 Jahre
30 ml Cocchi Torino
15 ml Grand Marnier
Die Kombination aus dem eher trockeneren, gereiften Rum und dem Cocchi Torino funktioniert für mich besser als eine möglichst schwere Manhattan-Interpretation.
Zubereitung
Alle Zutaten in ein mit Eis gefülltes Rührglas geben.
Etwa 20–30 Sekunden kalt rühren, bis der Cocktail gut gekühlt und leicht verdünnt ist.
Anschließend in ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen.
Optional mit einer Orangenzeste garnieren.
Garnitur
Orangenzeste
Die Orange ist hier keine bloße Dekoration.
Da Grand Marnier bereits einen Teil der Orangenaromatik liefert, verstärkt eine frisch über dem Drink ausgedrückte Orangenzeste genau diese Verbindung noch einmal.
Ich würde den Panama deshalb eher schlicht servieren.
Kein Obstsalat im Glas.
Eine Zeste reicht.
Wie schmeckt der Panama Cocktail?
Der erste Eindruck ist weich und aromatisch.
Der Rum bringt Wärme und eine leichte Süße mit. Dazu kommen die Kräuter- und Gewürznoten des Vermouths.
Dann kommt die Orange.
Der Grand Marnier macht den Drink fruchtiger und zugänglicher, ohne dass daraus ein klassischer fruchtiger Cocktail wird.
Genau diese Kombination macht den Panama interessant:
warm → würzig → orange → süß → komplex
Die Süße ist deutlich stärker als beispielsweise bei einem klassischen Manhattan mit Rye.
Dafür ist der Panama weniger kantig.
Er hat nicht die Schärfe von Rye Whiskey und auch nicht die trockene Strenge eines sehr klassischen Stirred Drinks.
Stattdessen ist er weich, rund und aromatisch.
Er funktioniert gut für diejenigen, die klassische Cocktails mögen, aber mit Whiskey nicht immer etwas anfangen können.
Das Flavor-Profil
PANAMA COCKTAIL
Fresh ●●○○○
Dry ●●○○○
Sweet ●●●●○
Sour ●●○○○
Herbal ●●●○○
Fruity ●●●●○
Boozy ●●●●○
Complex ●●●●○
Geschmacksschwerpunkt
| ORANGE | <────────●────> | HERBAL |
| DRY | <──────────●──> | SWEET |
| LIGHT | <──────●──────> | INTENSE |
| FRESH | <────────●────> | RICH |
Warum funktioniert dieser Cocktail?
1. Rum statt Whiskey
Die eigentliche Idee des Panama liegt im Austausch der Basisspirituose.
Wo ein Manhattan auf Whiskey setzt, bringt der Panama Rum ins Spiel.
Das verändert den Drink ziemlich grundlegend.
Rum ist häufig weicher, süßer und bringt Aromen wie Vanille, Karamell und getrocknete Früchte mit.
Dadurch verliert der Cocktail etwas von der trockenen, würzigen Härte eines Manhattan.
Er wird runder.
Und etwas gefährlicher trinkbar.
2. Der Vermouth
Der Vermouth ist hier mehr als nur ein Füllstoff.
In meiner Version verwende ich Cocchi Torino.
Der bringt genug Kräuter, Würze und Süße mit, um dem Rum etwas entgegenzusetzen.
Interessant ist dabei, dass im ursprünglichen Rezept offenbar Cocchi Americano vorgesehen ist. In meinem alten Beitrag habe ich mich bewusst für Cocchi Torino entschieden, weil ich diese etwas vollere, klassische Vermouth-Richtung passender finde.
Dadurch wird der Panama allerdings auch deutlich mehr zu einem klassischen Stirred Cocktail.
3. Grand Marnier
Der Grand Marnier ist wahrscheinlich die wichtigste Zutat, wenn man verstehen möchte, warum der Panama nicht einfach ein Rum-Manhattan ist.
Er bringt Orange, Süße und eine leichte Zitrusfrische in den Drink.
Gleichzeitig verbindet er Rum und Vermouth erstaunlich gut.
Zu viel davon würde den Cocktail allerdings schnell in Richtung eines süßen Orangen-Cocktails verschieben.
Die 15 ml funktionieren deshalb für mich sehr gut.
4. Die Temperatur und Verdünnung
Beim Panama gibt es nicht viel Technik.
Und gerade deshalb ist das Rühren wichtig.
Der Drink sollte wirklich kalt sein.
Gleichzeitig braucht er ein wenig Verdünnung, damit Rum, Vermouth und Grand Marnier nicht einfach nebeneinander stehen.
Ich würde ihn deshalb nicht nur zehn Sekunden lustlos durch das Rührglas bewegen.
Gut kalt rühren und anschließend sofort servieren.
Das verändert bei einem solchen Cocktail erstaunlich viel.
Warum ich den Panama mag
Der Panama gehört nicht zu den Cocktails, die ich wegen einer spektakulären Geschichte trinken muss.
Und wahrscheinlich ist genau das ganz angenehm.
Ich mag an ihm vor allem die Grundidee.
Man nimmt das Prinzip eines Manhattan und verändert nur ein paar Stellschrauben:
Whiskey wird zu Rum.
Der Vermouth wird etwas anders gewählt.
Orange kommt dazu.
Und plötzlich ist der Drink zwar noch eindeutig klassisch, schmeckt aber völlig anders.
Das ist für mich interessanter als viele Cocktails, die eine Zutatenliste mit zehn verschiedenen Komponenten brauchen, um möglichst kompliziert zu wirken.
Der Panama zeigt ziemlich gut, was passiert, wenn man einen klassischen Cocktail nicht komplett neu erfindet, sondern gezielt eine oder zwei Zutaten austauscht.
Und wenn man Rum mag, ist das eine ziemlich gute Idee.
Ein Cocktail zwischen Manhattan und Rum Cocktail
Der Panama ist besonders interessant, wenn man ihn nicht isoliert betrachtet.
Auf der einen Seite steht der Manhattan:
Whiskey, Vermouth, klassischer Stirred Cocktail.
Auf der anderen Seite stehen die aromatischeren Rum-Cocktails.
Der Panama liegt genau dazwischen.
Er hat die Struktur eines klassischen Cocktails, aber die weichere und süßere Aromatik eines Rum Drinks.
Das macht ihn zu einem guten Discovery Cocktail.
Wer vom Manhattan kommt, bekommt eine neue Spirituosenperspektive.
Wer Rum mag, bekommt einen deutlich klassischeren Cocktail als viele tropische Rum Drinks.
Wenn Dir der Panama gefällt …
🥃 Du magst klassische Stirred Cocktails?
→ Manhattan
Der offensichtlichste nächste Schritt.
Whiskey statt Rum und deutlich trockener und würziger.
Noch klassischer, noch kantiger.
→ Vieux Carré
Wenn es komplexer werden darf.
Whiskey, Cognac, Vermouth und Benedictine ergeben einen wesentlich vielschichtigeren Cocktail.
→ La Louisiane
Würziger, kräuteriger und stärker in Richtung New Orleans.
🍊 Du magst Rum und aromatische Cocktails?
→ East India Cocktail
Rum trifft auf Orange und fruchtige Süße.
Ein sehr naheliegender nächster Schritt, wenn Dir gerade die Verbindung aus Rum und Orange am Panama gefällt.
→ Rum and Port
Noch einmal deutlich stärker auf die dunkle, weiche Seite von Rum und Süße konzentriert.
→ El Presidente
Rum, Vermouth und Orangenlikör führen hier in eine etwas trockenere und elegantere Richtung.
🥃 Du magst die Idee „klassischer Cocktail, aber mit einer anderen Spirituose“?
→ Remember the Maine
Ein Whiskey-Cocktail mit Vermouth und Kirschlikör.
Würziger und dunkler als der Panama.
→ Tipperary
Whiskey, Vermouth und Chartreuse.
Kräuteriger und komplexer.
→ Martinez
Wenn Du vom klassischen Stirred-Prinzip aus noch etwas weiter in die Geschichte des Cocktails zurückgehen möchtest.
Mein Urteil
Panama Cocktail
★★★★☆
Der Panama ist kein Cocktail, der sich über seine Komplexität definiert.
Und das ist eine seiner Stärken.
Rum, Vermouth und Grand Marnier reichen vollkommen aus, um aus dem Manhattan-Prinzip etwas Eigenständiges zu machen.
Für mich funktioniert vor allem die Kombination aus Rum und Orange.
Der Drink ist weich, aromatisch und süß genug, um unkompliziert zu sein, aber gleichzeitig klassisch genug, um nicht beliebig zu wirken.
Wenn Du klassische Cocktails magst und Rum bisher hauptsächlich mit tropischen Drinks verbindest, ist der Panama einen Versuch wert.
Manhattan-Fans bekommen eine andere Perspektive auf Rum.
Rum-Fans bekommen einen klassischen Stirred Cocktail.
Und dafür braucht es tatsächlich nicht mehr als drei Zutaten.
Cocktail Discovery
ENTDECKE DEN PANAMA COCKTAIL
Spirituose
RUM
Stil
STIRRED · CLASSIC · MANHATTAN VARIATION
Geschmack
ORANGE · HERBAL · SPICED · SWEET
Intensität ★★★★☆
Süße ★★★★☆
Säure ★★☆☆☆
Frucht ★★★★☆
Kräuter ★★★☆☆
Gelegenheit
APERITIF · EVENING · AFTER DINNER
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