Es ist zwar keine Weltreise bis nach Athen, aber länger als gedacht. Denn direkte Flüge gibt es zwar, aber nur an manchen Tagen und nicht dann, wenn ich wollte. Also ging es von Hamburg über Frankfurt dorthin und entsprechend früh los. Der erste Flug war immerhin schon früher am Ziel als geplant. Umsteigen und weiter… oder leider auch nicht. Das Flugzeug musste kurzfristig gewechselt werden, daher gings zur äußersten Außenposition, die Frankfurt zu bieten hat. Und da wären wir fast pünktlich losgekommen, wenn es nicht einen Notfall an Bord gegeben hätte. Also Sanitäter her, Passagier raustragen, Gepäck ausladen. Und dann auf einen Slot warten.
Dann gings los, an München vorbei und über die kroatische Adriaküste, sogar über Albanien hinweg, was normalerweise nicht so geht. Angekommen in Athen war dann die Frage, wie ich zum Apartment komme. Klar, mit der Metro rein. Das Ticket kaufen war dann aber aufwändiger, als erwartet und in der Stadt fuhr die Tram halt nicht. Kann wohl passieren. Also mit dem Bus weiter. Und dann zu Fuß.
Die Wohnung war dann dort, wo sie sein sollte, sauber, alles in Ordnung. Supermarkt 400m entfernt, allerdings über eine ganze Reihe von Treppen erreichbar.
Abends gings dann zur Belohnung noch ins Odori. Auf dem Weg dorthin und zurück habe ich dann auch noch eine Lektion gelernt, wie man am besten Straßen überquert.
Straßen überqueren
Für die Überquerung von Straßen gibt es hier Verhaltensweisen, die man am besten ganz schnell lernt. Zuerst einmal: wenn Fußgänger grün haben, müssen sie stark auf den abbiegenden Verkehr achten, denn der interessiert sich kaum für etwas anders, als seine Geschwindigkeit. Stattdessen sollte man die Straße lieber an einer roten Fußgängerampel überqueren, denn die Autofahrer wissen ja, da laufen die Leute immer drüber und sind daher bremsbereit. Oder man macht es wie ein Athen Vollprofi: irgendwo an den Straßenrand stellen, auf eine Verkehrslücke warten. Da werden sich recht schnell andere dazugesellen und sobald man zu viert oder fünft ist, steht mindestens einer schon so weit in die mehrspurige Straße rein, dass die erste Fahrer anhalten. Und sobald das passiert ist, geht das auch mit den anderen Spuren ganz schnell. Bingo, man ist drüben. Ohne Gefahr zu laufen, an einer grünen Ampel überfahren zu werden.
Akropolis
Natürlich ein Muss, wenn man in Athen ist. Von unten betrachtet habe ich mir gesagt: da bekommen wir diese geführte Gruppe ja nie hoch, da bin ich ja einer der fitteren. Aber dann ging das doch gut, denn man geht nicht direkt nach oben, sondern geht einem Pfad an verschiedenen Tempelruinen entlang, vorbei am Theater des Dionysos und dem Tempel des Asklepios bis man dann an die interessanteren Stätten kommt. Erst einmal das Odeon des Herodes Atticus, das soweit renoviert wurde, dass auch heute wieder Aufführungen darin stattfinden. „Aber nur im Sommer“, wie unser Guide meinte. Also mehr als lächerliche 25 Grad und Sonne wie heute. Dann gings ganz nach oben durch das große Tor zum Erechtheion mit den Statuen am Prostatis ton Koron bis zum Parthenon. Von den verschiedenen Leveln gab es jeweils eine gute Aussicht und es ist natürlich, wie auch vor zwei Jahren in Rom, erstaunlich was die Leute damals innerhalb recht kurzer Zeit fertigbekommen haben, vor allem im Vergleich mit heutigen Bauvorhaben.
Auf dem Weg zurück wollte ich fast zum Ausgangspunkt der Tour gehen und dann von dort aus zurück, aber das Navi meinte nein, der direkte Fußweg zur Wohnung sind bloß 8 Minuten. Macht also keinen Sinn. Schon erstaunlich, wie klein der Innenstadtbereich ist.
Abends gings dann noch ins The Clumsies, um eine Kleinigkeit zu essen und die dann zu verflüssigen.
Akropolis Museum
Nach drei Tagen Arbeit und daher Besichtigungspause ging es wieder auf Touri-Tour. Da der Wetterbericht etwas zu viel Nass von oben angekündigt hatte (was nicht eingehalten wurde), ging es in die überdachten Hallen des Akropolis Museums. Natürlich zum in der Buchung vereinbarten Zeitslot. Muss ja Ordnung haben.
Mit dem vorab erworbenen Ticket geht’s sann auch zügig rein in die Ausstellungshallen. Während man im Eingangsbereich und unter dem Fußboden noch Ruinen sehen kann, stehen oben dann natürlich keine Ruinen herum, sondern nur Statuen und Reliefs. Es gibt dann jeweils pro Bereich noch eine einfache Erklärungstafel und an vielen Einzelteilen noch Detailerklärungen. Dann kommen wieder Statuen. Und Reliefs. Große, kleine. Aber sonst kaum was. Da habe ich schon etwas mehr erwartet. Klar, da ging im Laufe der Zeit viel kaputt und das Museum ist auf die Akropolis fokussiert. Vielleicht hätte der Audioguide geholfen, wenn ich davon vor dem Besuch gewusst hätte. Aber davon steht leider auf der Homepage nichts und so hatte ich keine Kopfhörer dabei. Naja, mein Resümee: ein guter Guide auf der Akropolis bringt mehr.
Interessanter, wenn auch recht klein, ist der Ausgrabungsbereich unterhalb des Museums, den man vom Eingang aus sieht. Zu dem kommt man mit dem gleichen Ticket, aber an einer anderen Stelle. Da wurden Überreste alter Häuser und Werkstätten ausgegraben. Aber auch das reissts dann nicht mehr raus. Lieber in ein anderes Museum.
Abends gings dann noch in The Bar in Front of the Bar.
Radtour
Kein Städtetrip ohne Radtour. Was ich seit ein paar Jahren schon in fast allen Städten mache, gabs auch hier wieder. Es gibt einige Touren, die angeboten werden. Die meisten fokussieren sich auf den Innenstadtbereich und sind recht kurz, ich wollte eine machen, die etwas weiter ist und mich vor allem auch ans Meer bringt, da ich das sonst nicht unbedingt gesehen hätte. Mit dem Wunsch war ich aber alleine und somit bekam ich tatsächlich eine Privattour als einziger Teilnehmer. Die Strecke ging erst einmal an ein paar normalen Sightseeing Spots vorbei, dann aber durch Viertel, in die man sonst als Tourist nicht kommt. Und es gibt dann tatsächlich auch einen Radweg, der einen fast bis an die Küste bringt. Dort haben wir uns dann ein paar Marinas angesehen mit einer erstaunlich großen Anzahl an Motorjachten. Tolles Wetter, leichte Brise, super blaues (wenn auch noch kaltes) Wasser und kein Stress. Das war ein guter Ausflug.
Zum Ausklang des Tages ging es dann noch ins Baba au Rum, das mir ziemlich gut gefallen hat.
Die Stadt dröhnt
Auf dem Rückweg in die Wohnung habe ich dann zum ersten Mal mitbekommen, wie Athen ist, wenn es später wird. In den Einkaufsstraßen ist es nach Sonnenuntergang voller als tagsüber. Die Cafés und Restaurants sind voll. Und alle 25 m sitzt wieder jemand anderes und macht Musik. Hauptsache laut. Das ist mal richtig nervig. Da waren die Tips zur Unterkunftssuche im Vorfeld absolut richtig: auf keinen Fall in der Nähe der Ausgehviertel.
Was bringt die Zukunft? Mal in Delphi nachfragen.
Das Orakel von Delphi war ja eines der bekannteren und dann muss es doch auch etwas taugen. Also los und mit dem Bus hingefahren. Da fahren viele Anbieter gleichzeitig hin, entsprechend fällt eine Buskolonne im Gebirge ein. Und alle nehmen den selben Weg und treffen sich auf den immer gleichen Parkplätzen für einen kurzen Boxenstopp.
Leider ist das Orakel schon seit 1600 Jahren außer Betrieb und sie wollten keine Ausnahme machen. Hätte ich aber ahnen können, da sich der Wetterbericht immer wieder geändert hat und unzuverlässig war. Also doch wieder Ruinen anschauen und dabei viele Treppen steigen. Danach gabs dann noch ein Mittagessen in einem nahegelegenen Dorf (in dem auch jeder der Busse anhält, da gibt’s auch gar kein anderes) und dann wieder zurück nach Athen. Natürlich nicht, ohne dass noch einmal ein Halt eingelegt wurde, an dem unser Guide wieder zufällig kostenlos mit Speis und Trank versorgt wurde. Und schon wieder ein Tag rum und damit auch die erste Woche.





























