Bobs Old Spice 50

Bob’s Old Spice 50 – Cocktail – Rezept

Rye Whiskey · Cognac · Vermouth · Maraschino · Bitters

Würzig. Kräftig. Rund. Komplex. Ein Cocktail irgendwo zwischen Manhattan und Sazerac – mit einer überraschend eigenständigen Persönlichkeit.

Es gibt Cocktails, über deren Namen man stolpert und sich erst einmal fragt, was das eigentlich soll.

Bob’s Old Spice 50 gehört für mich definitiv in diese Kategorie.

Der Name klingt zunächst eher nach Rasierwasser als nach einem Drink. Und genau deshalb wollte ich irgendwann wissen, was sich dahinter verbirgt.

Die Antwort ist ziemlich eindeutig: Das funktioniert gut.

Rye Whiskey und Cognac bilden das kräftige Rückgrat. Dazu kommen süßer Vermouth, etwas Maraschino, Zuckersirup und zwei verschiedene Bitters. Absinth bringt am Ende noch eine kleine, aber wichtige aromatische Spitze dazu.

Das Ergebnis ist kein leichter Cocktail für nebenbei.

Bob’s Old Spice 50 ist dunkel, würzig, alkoholisch und komplex – aber gleichzeitig erstaunlich rund.

Wenn Du Manhattan und Sazerac magst, solltest Du ihn unbedingt einmal ausprobieren.


FLAVOUR TAGS

SPICY · BOOZY · HERBAL · RICH · SWEET · COMPLEX · BITTERSWEET

Cocktail-Charakter

Säure ●○○○○
Süße ●●●○○
Würze ●●●●●
Frucht ●●○○○
Alkohol ●●●●●
Komplexität ●●●●●

Stil: Modern Classic · Stirred · Spirit Forward
Spirituosen: Rye Whiskey · Cognac
Gelegenheit: Digestif · Abend · After Dinner · Winterabend


Bobs Old Spice 50
Bobs Old Spice 50

Bob’s Old Spice 50 – Das Rezept

ZutatenMenge
Rye Whiskey30 ml
Cognac30 ml
Sweet Vermouth30 ml
Maraschino Likör1,5 Barlöffel
Zuckersirup1,5 Barlöffel
Angostura Bitters4 Dashes
Peychaud’s Bitters2 Dashes
Absinth1 Dash
Eisreichlich

Zubereitung

Alle Zutaten außer dem Absinth in ein mit Eis gefülltes Rührglas geben.

Den Cocktail etwa 20–30 Sekunden kalt rühren. Er soll gut gekühlt sein und gleichzeitig die richtige Menge Wasser aus dem Eis aufnehmen.

Einen großen Eiswürfel in einen vorgekühlten Tumbler geben und den Cocktail darüber abseihen.

Zum Schluss einen Dash Absinth dazugeben.

Mit eingelegten Cocktailkirschen und einem Twist aus Zitronenschale garnieren.

Die Zitronenschale über dem Drink ausdrücken, damit die ätherischen Öle auf der Oberfläche landen.

Garnitur

Cocktailkirsche + Zitronenzeste

Die Kombination ist mehr als Dekoration.

Die Kirsche greift die süß-fruchtige Seite des Maraschino auf, während die Zitronenschale einen frischen Kontrapunkt zu dem ansonsten sehr dunklen und würzigen Drink setzt.


Wie schmeckt der Bob’s Old Spice 50?

Der erste Eindruck ist kräftig.

Rye Whiskey und Cognac liefern Alkohol, Würze und Struktur. Der süße Vermouth macht den Drink runder und bringt Kräuter- und Gewürznoten ins Spiel.

Dann kommt der Maraschino.

Er sorgt für eine dezente Kirsch- und Mandelnote und nimmt dem Cocktail etwas von seiner Strenge.

Die beiden Bitters machen schließlich genau das, was Bitters in einem guten Stirred Cocktail tun sollten: Sie verbinden die einzelnen Komponenten miteinander und geben dem Drink zusätzliche Tiefe.

Und dann ist da noch der Absinth.

Davon braucht es wirklich nicht viel.

Ein kleiner Dash reicht, um eine anisartige, kräuterige Note über den Drink zu legen.

Das Spannende ist die Balance:

würzig → süß → herbal → bitter → alkoholisch

Der Bob’s Old Spice 50 ist dabei deutlich kräftiger als viele moderne Cocktails.

Er will nicht erfrischen.

Er will Aufmerksamkeit.


Das Flavor-Profil

BOB’S OLD SPICE 50

Fresh ●●○○○
Dry ●●●○○
Sweet ●●●○○
Sour ●○○○○
Herbal ●●●●○
Fruity ●●○○○
Boozy ●●●●●
Complex ●●●●●
Spicy ●●●●●

Geschmacksschwerpunkt

SPICY <────────●────>HERBAL
DRY <──────●──────>SWEET
LIGHT <──────────●──>INTENSE
FRESH ←──────────●─→RICH


Der Drink sitzt klar auf der intensiven, würzigen und alkoholischen Seite der Cocktailwelt.


Warum funktioniert dieser Cocktail?

1. Rye Whiskey und Cognac

Die Kombination aus Rye und Cognac ist einer der Gründe, warum der Bob’s Old Spice 50 so interessant wirkt.

Rye bringt Würze, Trockenheit und eine gewisse Schärfe.

Cognac setzt dagegen eine weichere, fruchtigere und wärmere Note.

Zusammen entsteht ein Spirituosenfundament, das deutlich komplexer wirkt als ein Cocktail, der nur auf einer Basis-Spirituose aufbaut.

Und genau hier liegt für mich die Verbindung zum Sazerac.

Der Rye bringt die Würze.

Der Cognac die Tiefe.

Der Absinth die aromatische Spitze.


2. Der Vermouth

Der Vermouth ist wahrscheinlich die wichtigste Zutat, wenn es darum geht, aus den einzelnen Spirituosen tatsächlich einen Cocktail zu machen.

In meiner ursprünglichen Version verwende ich Cocchi Torino.

Der süße Vermouth bringt Kräuter, Gewürze und Süße mit und verbindet Rye und Cognac miteinander.

Das ist auch der Grund, warum ich bei diesem Cocktail nicht einfach irgendeinen süßen Vermouth verwenden würde.

Ein sehr leichter Vermouth kann hier schnell untergehen.

Ein aromatischer, kräftiger Vertreter darf dagegen ruhig seinen eigenen Beitrag leisten.


3. Maraschino und Zuckersirup

Auf dem Papier klingt die Kombination aus Maraschino und zusätzlichem Zuckersirup zunächst nach ziemlich viel Süße.

Im fertigen Drink funktioniert sie aber erstaunlich gut.

Der Maraschino bringt vor allem Aroma: Kirsche, Mandel und eine leicht nussige Süße.

Der Zuckersirup sorgt dagegen vor allem für Balance.

Wichtig ist, dass der Cocktail nicht dessertartig süß wird.

Die Süße soll die Würze und den Alkohol abrunden.


4. Die Bitters

Hier passiert ein großer Teil der eigentlichen Magie.

Angostura bringt Würze, Bitterkeit und aromatische Tiefe.

Peychaud’s Bitters setzt einen etwas helleren, kräuterigeren Akzent.

Zusammen entsteht eine deutlich komplexere Aromatik, als es die relativ kurze Zutatenliste vermuten lässt.

Das ist einer der Gründe, warum der Bob’s Old Spice 50 für mich wesentlich interessanter ist als ein einfacher Whiskey-Vermouth-Cocktail.


5. Der Absinth

Der Absinth ist die letzte kleine Schicht.

Und wie so oft gilt auch hier:

Weniger ist mehr.

Ein Dash reicht.

Er soll nicht nach Absinth schmecken.

Er soll dem Cocktail lediglich diese leicht anisartige, kräuterige und fast ätherische Note geben.

Dadurch entsteht die Nähe zum Sazerac.


Manhattan trifft Sazerac

Wenn ich den Bob’s Old Spice 50 jemandem zum ersten Mal beschreiben müsste, würde ich wahrscheinlich genau diesen Vergleich verwenden.

Er liegt irgendwo zwischen Manhattan und Sazerac.

Der Manhattan liefert die Grundidee aus Whiskey, süßem Vermouth und Bitters.

Der Sazerac bringt Rye, Peychaud’s Bitters und Absinth ins Spiel.

Der Bob’s Old Spice 50 nimmt Elemente aus beiden Richtungen und ergänzt sie um Cognac und Maraschino.

Dadurch entsteht kein einfacher Hybrid.

Der Drink entwickelt tatsächlich eine eigene Persönlichkeit.

Wenn Du den [Manhattan] kennst und magst, findest Du hier eine deutlich komplexere Variante des gleichen spirit-forward Prinzips.

Und wenn Du den [Sazerac] magst, dürfte Dich vor allem die Kombination aus Rye, Peychaud’s und Absinth interessieren.


Die Geschichte des Bob’s Old Spice 50

Der Bob’s Old Spice 50 ist kein Cocktail mit einer jahrhundertealten Rezeptgeschichte.

Die dokumentierte Rezeptur wird auf das Jahr 2013 datiert und wurde als Signature Cocktail für den 50. Geburtstag eines Freundes entwickelt. Als Urheber werden dort „El Jefe and the Cherrystoner gang“ genannt.

Er klingt zunächst wie ein Produkt aus dem Badezimmerregal.

Tatsächlich steckt dahinter aber ein ziemlich ernstzunehmender Cocktail.

Meine eigene Geschichte mit dem Drink begann deutlich unspektakulärer.

Ich weiß heute nicht einmal mehr genau, welchen Cocktail ich ursprünglich gesucht hatte.

Wie das im Internet eben so ist: Man klickt sich durch ein paar Seiten und landet plötzlich bei einem Drink, dessen Name zunächst mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt.

Was soll ein Cocktail namens Bob’s Old Spice 50?

Und vor allem:

Kann das schmecken?

Die Antwort war ziemlich schnell klar.

Ja.

Und zwar erstaunlich gut.


Was ich an diesem Cocktail besonders mag

Der Bob’s Old Spice 50 ist für mich ein gutes Beispiel dafür, warum ich Cocktails mit mehreren Spirituosen spannend finde.

Auf dem Papier sieht die Zutatenliste fast etwas überladen aus.

Rye.

Cognac.

Vermouth.

Maraschino.

Zuckersirup.

Angostura.

Peychaud’s.

Absinth.

In der richtigen Balance wirkt das Ergebnis aber überhaupt nicht überladen.

Im Gegenteil.

Die einzelnen Zutaten haben ziemlich klar definierte Aufgaben.

Der Rye bringt Würze.

Der Cognac bringt Wärme.

Der Vermouth verbindet alles.

Der Maraschino bringt Frucht und Süße.

Die Bitters sorgen für Tiefe.

Der Absinth setzt den letzten Akzent.

Und genau deshalb schmeckt der Drink deutlich komplexer, als er eigentlich sein müsste.


Wenn Dir der Bob’s Old Spice 50 gefällt …

🥃 Du magst Whiskey & Vermouth?

Manhattan

Der Klassiker schlechthin: Rye Whiskey, roter Vermouth und Bitters. Weniger komplex als der Bob’s Old Spice 50, dafür geradliniger und eleganter.

🔥 Du magst Rye, Absinth & Bitters?

Sazerac

Der naheliegendste nächste Drink. Weniger Zutaten, dafür ein deutlich konzentrierterer Cocktail mit Rye, Peychaud’s Bitters und Absinth.

🌿 Du magst komplexe Kräuteraromen?

Last Word

Ganz andere Stilrichtung, aber ähnlich spannend in der Verbindung verschiedener aromatischer Komponenten.

🍒 Du magst ungewöhnliche, kräftige Cocktails?

Billionaire

Ein weiterer Drink aus Deiner Cocktailwelt, bei dem Süße, Säure und eine kräftige Spirituosenbasis deutlich stärker miteinander spielen.

🥃 Du möchtest noch tiefer in die klassischen Spirit-Forward-Cocktails einsteigen?

Vieux Carré

Eine besonders passende nächste Station: Whiskey, Cognac und Vermouth treffen dort ebenfalls aufeinander – allerdings mit einer anderen aromatischen Richtung.


Mein Urteil

Bob’s Old Spice 50

★★★★★

Ein Cocktail, der mich vor allem deshalb überzeugt, weil er zunächst komplizierter aussieht, als er tatsächlich ist.

Die Kombination aus Rye Whiskey, Cognac und Vermouth bildet eine kräftige Basis.

Maraschino bringt eine überraschend elegante Süße.

Angostura und Peychaud’s sorgen für Würze und Tiefe.

Und der Absinth setzt einen kleinen, aber entscheidenden Schlusspunkt.

Für mich ist der Bob’s Old Spice 50 deshalb tatsächlich eine Art Brücke zwischen Manhattan und Sazerac.

Nicht so klassisch wie der eine.

Nicht so kompromisslos wie der andere.

Aber dafür ausgesprochen eigenständig.

Und vielleicht ist das die beste Eigenschaft eines Cocktails:

Man probiert ihn aus Neugier.

Und macht ihn danach noch einmal, weil er tatsächlich gut war.


Cocktail Discovery

ENTDECKE DEN BOB’S OLD SPICE 50

Spirituosen
RYE WHISKEY · COGNAC

Stil
STIRRED · SPIRIT FORWARD · MODERN CLASSIC

Geschmack
SPICY · HERBAL · RICH · BITTERSWEET

Intensität
★★★★★

Süße
★★★☆☆

Säure
★☆☆☆☆

Würze
★★★★★

Alkohol
★★★★★

Gelegenheit
AFTER DINNER · EVENING · WINTER


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Dirk Wäscher – Trips, Food, Cocktails, Bars