Drilling – Bar, Hamburg

Seit einer ganzen Weile gibt es bereits die Clockers Bar auf St. Pauli. Die sind unter anderem dafür bekannt, ihren eigenen Gin zu verkaufen. Und das hat die Betreiber wohl so gereizt, dass sie sich gesagt haben, einfach nur Gin zusammenmixen, das reicht nicht. Wir wollen selbst brennen. Und außerdem wollen wir mehr Platz für unsere Bar Aktivitäten.

Und dafür gibt es nun das „Drilling“ in Bahrenfeld. Nicht weit weg von der S-Bahn einem Teil der ehemaligen Marzipanfabrik ist diese Lokalität nun untergebracht, inklusive Brennvorrichtung.

Das Drilling ist eine Mischung aus tagsüber Café und abends Bar, entsprechend sind die Räumlichkeiten auch nicht komplett nur auf Barbetrieb ausgelegt. Die Räumlichkeiten sind recht groß, man hat viel Platz. Allerdings auch viel Raum zwischen den Sitzgelegenheiten. Aufgemacht ist alles eher wie eine weitläufige Lounge. Dazu gibt es an einer Seite noch den langen Bartresen, an dem man platznehmen kann. An der Wand ist dann das breite Backboard, das sich durchaus sehen lassen kann. Und der Raum ist hoch. Das macht viel aus, man fühlt auf jeden Fall, dass hier viel Platz ist.

Einmal um die Ecke steht die Brennvorrichtung, die mit einem externen Brennmeister regelmäßig (aber nicht durchgehend) betrieben wird und die einzige Verschlussbrennerei Hamburgs ist. Neben ihrem Gin werden vor allem Geiste und Brände hergestellt, ein Whisky ist in Produktion und über Rum wird nachgedacht. Die Experimentierfreude zeigt sich gerade bei den Spirituosen, wenn ein schöner Rote Beete Geist dabei herauskommt.

Den kann man sich dann servieren lassen oder aber auch einen der normalen Cocktails auf der Karte aussuchen. Neben den Hauscocktails kann man sich gerne etwas anderes zusammenmixen lassen. Und wenn man gar nicht weiß, was man haben will, dann wird gewürfelt: eine Spirituose und eine weitere Zutat werden ausgewürfelt und dann in Form eines Cocktails serviert.

Bei mir waren es an dem Abend ein Scarlet Red aus Rye Whiskey, Banyuls, Dom Benedictine, Peychaud Bitters und Orange Bitters. Dann ein Poire Fumé aus Williamsbirne, St. Germain, Maraschino und Limette, mit einem leichten Laphroaigh Spray darüber. Mein gewürfelter Drink bestand aus Bourbon sowie Tonkabohne, einem selbstgemachten Orangenlkör und noch etwas, an das ich mich leider nicht erinnere. Dafür gab es dann noch einen Rosehip Remedy mit Aquavit, Amaro, Zitrone, Hagebuttenmus und Orange Bitters und zum Abschluss noch den San Juan Bautista aus Oloroso Sherry, Umeshu, Tonic Water und Bitters. Alle fünf waren jeweils deutlich unterschiedlich voneinander, von daher habe ich eine gute Bandbreite zu schmecken bekommen. Gute Ideen und auch gut umgesetzt.

Neben den Getränken gibt es noch eine Handvoll kleiner Speisen, die man sich ebenfalls durchaus anschauen darf. Ich hatte mich noch für den Schweinebauch entschieden, der mit einer ganzen Reihe verschiedener Dinge dann auf Noriblättern zum selber rollen ankam. Für den großen Hunger ist das sicher nicht, aber als kleine Sache zwischendurch ist es sehr gut.

 Alles in allem ist das „Drilling“ eine Bar, die durchaus aufgesucht werden kann. Nur ungeschickt, dass das von mir aus so schlecht erreichbar ist., Aber von der Innenstadt aus mit der S-Bahn geht das recht schnell und ist mal eine gute Abwechslung zur Hektik in der Stadt.

  • Adresse: Marzipanfabrik, Haus 4 I beim Schornstein, Friesenweg 4, 22763 Hamburg
  • Lautstärke: leise bis medium
  • Kosten: 12,00 € pro Drink
  • Kleidung: leger
  • Webseite: https://www.drilling.hamburg/
  • Sonstiges: rauchfrei, eigene Brennerei, Kleinigkeiten zu essen

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