Vor etwas mehr als dreißig Jahren habe ich mich durch die Foundation Reihe von Isaac Asimov gearbeitet. Nicht nur die Foundation Trilogie, sondern alle Bücher, die dazu gehört haben das war manchmal unterhaltsam, manchmal auch ziemlich zäh. Und auch wenn ich sie mittlerweile im Schmuckschuber in meinem Schrank stehen habe, gelesen habe ich sie nicht noch einmal. Und nun gibt es schon drei Staffeln einer Foundation Serie. Zeit, diese mal anzusehen.
Was klar war: das ist keine exakte Verfilmung, sondern ein „nach Motiven von“. Anders geht das auch nicht, denn die Buchreihe war eher eine Erzählung über einen langen Zeitraum, ohne wiederkehrende Gestalten. Ziemlich schlecht für eine Serie, die auch davon lebt, Zuschauer an einzelne Charaktere zu binden. Daher mussten sich die Serienmacher einiges einfallen lassen. Und sie mussten sich das von der Erbengemeinschaft absegnen lassen, denn man kann ja nicht einfach hergehen und die Geschichte verändern.
Was gleich blieb, ist die Grundidee eines galaktischen Imperiums, das im Zerfall begriffen ist, wenn auch sehr langsam, das dadurch eine riesige Belastung von alle Menschen ist. Und es bleibt die Idee des Hari Seldon, dass er mit der Psychohistorie berechnen kann, wie die Zukunft aussieht und darüber dann auf die Idee kommt, dass das anschubsen von einzelnen Ereignissen dazu führt, dass das Zeitalter der Dunkelheit abgekürzt wird, der Niedergang des Imperiums und der Wiederaufbau der Zivilisation also beschleunigt werden. Und es kommt das Maultier als zentrale Gefahr vor. Dann hören die Gemeinsamkeiten aber auch langsam auf.
Es gab ursprünglich keine Cleon-Klon Dynastie als Herrscher des Imperiums (ganz gute Idee btw.). Es gab keine Gaal Dornick über die Gesamtheit der Geschichte. Und auch keine Demerzel, die als robotische Hofmamsell die Cleons beschützt und im Zaum hält. Die alle wurden eben genutzt, um dauernde Seriencharaktere zu schaffen. Dafür gibt es keinen R. Daneel Olivaw in der Serie, zumindest nicht als solchen, denn am Ende der dritten Staffel wird dann kurz einmal mitgeteilt, dass Daneel der frühere Name von Demerzel ist. Telepathen gibt es auch, vor allem das Maultier und Gaal Dornick. Demerzel ist zumindest bis Ende Staffel drei keiner.
Von daher ist es also eine Serie auf dem Hintergrund der alten Bücher. Wer exakt an dem ursprünglichen Werk interessiert ist, wird enttäuscht sein. Wer der Crew die Freiheit der Fernsehserie gibt, kann sie gut finden. Für mich ist sie oberhalb des Durchschnitts, aber kein unbedingter Muss. Es ist eine epische Geschichte, die oftmals viel Zeit in weiten Bildern verliert. Zum nebenher schauen geht das von daher, zum Bingen nicht.